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Gestern Epo, heute Aicar

Unerkanntes Dopen ist so leicht wie in Zeiten des nun aufgedeckten Skandals von 1998

  • Von Tom Mustroph
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Von Karl Marx stammt der Ausspruch, dass Geschichte sich allenfalls als Farce wiederhole. Hat er recht, dann sind dies keine schönen Aussichten für die Gegenwart und die nahe Zukunft. In der Gemengelage Leistungssport und Doping sind die Zeichen stark auf Farce gestellt.

Die Nachkontrollen der Dopingproben der Tour de France 1998 und 1999 haben ergeben, dass drei Viertel aller Proben (44 von insgesamt 60 noch analysierbaren) Epo enthielten. Nach allem, was wir inzwischen über diese Epoche wissen, ist das keine Überraschung. Auf 80 bis 95 Prozent schätzte die Wahrheitskommission des niederländischen Radsportverbands den Prozentsatz der Doper in den Rundfahrtpelotons jener Zeit. Jacky Durand, Ausreißerkönig jener Jahre bei der Tour, - und dabei selbst mit Epo unterwegs - erklärte die 90er Jahre zum »Massaker in Sachen Doping«. Er konstatierte: »Wir Fahrer haben keinen Ausgang gefunden.«

Der Ausgang war verstellt, weil Epo-Doping furchtbar einfach war. »Das schwierigste war, zwei Wochen vor der Tour de France über die Grenze zu einer Apotheke zu fahren«, erklärte der Australier Stuart O’Grady lakonisch den Anfang seiner Dopingkarriere. Kontrollen mussten die Fahrer nicht fürchten. Einen Epo-Test ...


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