Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Versöhnungsdrohung

Roland Etzel zur Versöhnungsaufforderung durch das ägyptische Militär

Die Botschaft der ägyptischen Generäle an die Muslimbrüder ist grotesk: »Versöhnt euch mit uns, sonst ... Ihr habt 48 Stunden.« Es ist nichts weniger als Nötigung zur freiwilligen politischen Unterwerfung. Ägypten wäre dann, was die Muslimbrüder als massenwirksamste poltische Bewegung in Ägypten betrifft, wieder sehr nah dran an deren rechtlichem Status bis Februar 2011, also der Mubarak-Zeit. Vielleicht gäbe es jetzt bei faktischer politischer Kapitulation ein paar Ministerämter für sie, zunächst. Aber nicht den Ministerpräsidenten und schon gar nicht den Posten des Staatsoberhauptes.

Dabei hat niemand die Rechtmäßigkeit der Wahlsiege der muslimischen Parteien oder des Präsidenten Mursi ernsthaft zu bezweifeln gewagt, auch nicht ihre heutige Gegner. Es fragt sich also, wie die Militärs aus dieser Legitimationsklemme heraus kommen wollen - wenn sie das wollen. Doch so wie sich der Chef des Militärrates, General Sisi, derzeit spreizt, vermittelt er den Eindruck, als sei dies seine größte Sorge nicht. Wohin wollen die Militärs aber politisch?

Sisi, die Sphinx mit den Generalstressen, spielt auf Zeit. Der 2012 von keinem anderen als Präsident Mursi eingesetzte Verteidigungsminister kann sich darin sonnen, dass die Rebellen auf Kairos Tahrir-Platz vom Muslim Mursi als ihrem Feindbild noch nicht abgelassen haben. Dass die Armee an der blutigen Zuspitzung des ägyptische Machtkampfes nicht unschuldig ist, scheint momentan vergessen zu sein.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln