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Wilde Möhre lockt und labt Insekten

GARTEN: Anbau von Schirmträgern kann man schon mal dem Wind überlassen

  • Von Brigitte Müller
  • Lesedauer: 3 Min.

Da ihre einzelnen Blüten ziemlich klein und unscheinbar sind, tun sie sich zusammen, um so auffällige Blütenschirme zu bilden. Sicher weniger, um uns zu gefallen als vielmehr, um Insekten der verschiedensten Art anzulocken. Diese laben sich am Nektar, und für die Pflanzen ist der Nachwuchs gesichert. Viele Kräuter und Gemüsesorten gehören zu diesen Schirmträgern beziehungsweise Doldengewächsen: Anis, Dill, Engelwurz, Fenchel, Koriander, Kümmel, Liebstock, Pastinake, Petersilie, Sellerie, Süßdolde und nicht zuletzt Möhren.

Da sich der Erfolg meines Möhrenanbaus leider in Grenzen hält, freue ich mich immer über den Wildwuchs, der wenigstens ohne große Ansprüche an Boden und Pflege viele Wochen unermüdlich blüht. Wilde Möhre gehört zu den Ahnen unserer Kulturmöhren. Sie ist auch an der Namensgebung für die Möhre »schuld«. Und zwar deshalb, weil sie in der Mitte ihres strahlend weißen Schirms (als Lockmittel für Bestäuber) eine purpurne bis schwarze Blüte trägt, die man als »Mohrenblüte« bezeichnete - woraus dann Möhre wurde. Wenn sie in manchen Gegenden Karotte genannt wird, so liegt das wohl an der botanischen Bezeichnung Daucus carota. Wilde Möhre sieht auch nach der Blüte interessant aus, weil sie die Samenstände nach oben zusammenfaltet und so kleine Nester baut: ein interessanter Unterschlupf für manches Krabbeltier.

Alles an den Doldengewächsen ist aromatisch-würzig, und sie halten sich meist mit einer langen Pfahlwurzel im Boden fest. Man kann von den jungen Pflanzen das Kraut zum Würzen nehmen und dann die Samen. Wohl jeder kennt Anis, Fenchel, Koriander sowie Kümmel und weiß sie als verdauungsfördernd und krampflösend zu schätzen. Auch die Wurzeln nicht nur von Möhren lassen sich als Gemüse zubereiten, wenn man ihren Geschmack mag und sie vor der Blüte erntet. Je früher desto zarter.

Wer übrigens mit Dill, Kümmel oder auch Kerbel schlechte Erfahrungen beim Anbau gemacht hat, überlässt diesen am besten dem Wind. Entweder wir ernten dort wo das Kraut gerade wächst oder machen uns die Mühe, die Sämlinge umzupflanzen.

Allerdings gibt es auch Doldengewächse, um die man besser einen großen Bogen macht: Das giftigste unter ihnen ist der Wasserschierling. Der verirrt sich aber wohl kaum in den Garten, sondern ist an Gräben, Teichen, Tümpeln zu finden. Auch der Riesenbärenklau ist nicht als imposante Zierpflanze zu empfehlen. Berührt man ihn, erhöht das die Lichtempfindlichkeit der Haut, die so bei Sonnenschein zur Rötung und Schwellung neigt.

Brigitte Müller, Hobbygärtnerin

und Umweltautorin

Ein Röschen steckt seinen Kopf sehr dekorativ durch die Möhrenblüte

Foto: B. Müller

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