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Rathaussanierung aus der Portokasse?

Mainz hadert mit reichem arabischen Neubürger

  • Von Robert Luchs, Mainz
  • Lesedauer: 2 Min.

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Für kurze Aufenthalte zu Behandlungszwecken an der Mainzer Uniklinik hat ein saudi-arabischer Ölmillionär eine der teuersten Immobilien der Stadt erworben. Die hadert jetzt mit dem reichen Neubürger - hofft aber auch auf dessen Konsum.

Größer könnte der Gegensatz nicht sein: In der Mainzer Neustadt sind nach einer Preisexplosion vor allem Eigentumswohnungen für den Normalbürger nahezu unerschwinglich geworden. Da schnappt sich ein millionenschwerer Scheich aus Saudi-Arabien eine der teuersten Immobilien am Rheinufer. Dabei handelt es sich keineswegs um einen Dauerwohnsitz; der wohlhabende Mann suchte vielmehr ein Refugium für seine kurzen Aufenthalte in der Mainzer Uniklinik, wo er sich regelmäßig einem gründlichen Gesundheitscheck unterzieht.

Der Scheich ist nicht der einzige Reiche aus dem Mittleren Osten, der von dem guten Ruf der Mediziner in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt gehört hat und sich hier immer wieder untersuchen lässt. Bei dem fünfgeschossigen Wohngebäude, das der Scheich nach gesicherten Informationen erworben hat, handelt es sich um eine Immobilie am Winterhafen. Dort sind in begehrter Lage inzwischen alle Neubauten gekauft und weitgehend bezogen worden. Die Eigentumswohnungen erzielten einen Preis von bis zu 5000 Euro pro Quadratmeter. Was der Reiche aus der Ferne für das Gebäude mit 25 Räumen zur Unterbringung von Familie und Anhang bezahlt hat, ist nicht bekannt. Sicher aber ist, dass die Baugesellschaften und Makler sich ob des zahlungskräftigen Käufers die Hände reiben.

Wer mit der Abwicklung der Immobilien am Winterhafen zu tun hat, versteht die entstandene Aufregung nicht - schließlich seien in den vergangenen Jahren bereits Wohnungen an Interessenten aus dem arabischen Raum verkauft worden. Das werde, heißt es, als ein Zeichen der Wertschätzung verstanden, die der Stadt Mainz entgegengebracht werde.

In der Geschäftswelt ist jetzt die Erwartung groß, dass der betuchte Araber wenigstens einen Teil seiner Petro-Dollar in der Mainzer City ausgibt. Die in Mainz erscheinende »Allgemeine Zeitung« glossiert: »Allein die Hauptfrau dürfte dem städtischen Geschmeidegewerbe Rekordumsätze bescheren, und selbst wenn die Nebenfrauen nur zweimal pro Woche shoppen, ist der Einzelhandel saniert.« Auch knüpft das Blatt an die gelegentlichen Aufenthalte des Scheichs die nicht so ernst gemeinte Erwartung, dass dieser »die Rathaussanierung aus der Portokasse« zahlen wird.

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