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Renaturierung ist Hochwasserschutz

Umweltverband NABU stellte Bundesprogramm »Blaues Band« vor

  • Von Rainer Balcerowiak
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) fordert von der Bundesregierung, als Konsequenz aus der jüngsten Flutkatastrophe ein Bundesprogramm für die Renaturierung von Flüssen und Auen aufzulegen.

»Mit den alten Maßnahmen kommen wir nicht weiter«, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke am Donnerstag bei einer »Flut-Performance« mit Breakdancern vor dem Reichstag in Berlin. »Es kann doch nicht sein, dass wir jetzt acht Milliarden Entschädigung ausreichen und in ein paar Jahren vor der gleichen Situation stehen«, kritisierte Tschimpke. Die nach der letzten »Jahrhundertflut« im Jahr 2002 geplanten Programme zum effektiven Hochwasserschutz seien größtenteils versandet. So wurden von den 18 Projekten zur Deichrückverlegung, die von der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe nach 2002 vorgeschlagen wurden, lediglich fünf realisiert. Nach wie vor sind zwei Drittel aller Flussauen eingedeicht. Dabei wären Überflutungsflächen der wichtigste Hebel, um Pegelstände, wie sie auch in diesem Jahr wieder in einigen Städten und Dörfern besonders an Elbe und Donau aufgetreten sind, zu verhindern.

Das vom NABU geforderte Bundesprogramm »Blaues Band« sieht vor, zunächst alle Bundeswasserstraßen auf ihren volkswirtschaftlichen Nutzen hin zu überprüfen. Oftmals bringe es einer Region mehr, in die Renaturierung statt »in den Unterhalt maroder Schleusen zu investieren«, so Tschimpke. Das gelte zum Beispiel für die Aller und die Lahn, aber auch für Teile der Elbe. Ferner müssten bundeseigene Flächen entlang der Wasserstraßen für Maßnahmen des ökologischen Hochwasserschutzes zur Verfügung gestellt werden. Der NABU-Präsident verwies auf ein Modellprojekt an der unteren Havel. Wenn der dort unter Federführung des Verbandes in Kooperation mit dem Bund und den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt begonnene Deichrückbau und die Schaffung neuer Polderflächen 2018 beendet sind, entsteht eine Wasserrückhaltekapazität von rund 285 Millionen Kubikmetern. Dies könnte den Pegel elbabwärts der Havelmündung um bis zu 60 Zentimeter senken.

Tschimpke betonte, dass alle Maßnahmen zum Hochwasserschutz nur mit und keinesfalls gegen die Landwirtschaft durchgeführt werden können. Bauern müssten bei der Umwidmung bislang intensiv genutzter Flächen angemessen entschädigt werden. Auf »nd«-Nachfrage begrüßte er auch den Plan der Landesregierung von Sachsen-Anhalt, Grundstücke aus dem Bestand der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) zu übernehmen und für diesen Zweck einzusetzen. Auch die LINKE im sächsischen Landtag fordert ein solches Programm. Gleichzeitig verwahrte sich der NABU-Präsident gegen Vorwürfe des Landesbauernverbandes Brandenburg. Dieser hatte Naturschutzverbänden vorgeworfen, die Landwirte enteignen zu wollen. Davon, so Tschimpke, könne keine Rede sein. Vielmehr gelte es, die Belange des effektiven Natur- und Hochwasserschutzes mit den Interessen der Landwirte in Einklang zu bringen.

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