Werbung

Die Revolutionssteuerer

Roland Etzel zur Ägypten-Politik der USA

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

US-Außenminister Kerry äußerte, er sei »zutiefst besorgt« angesichts der Gewalt in Ägypten. Andere US-Politiker wurden noch empathischer. Unterm Strich blieb es ein Feuerwerk der Folgenlosigkeit. Dabei zeigen Ägyptens Generale täglich mehr, dass ihnen die Ergebnisse der ersten freien Wahlen in ihrem Land ziemlich gleichgültig sind und dass jene, die auf der Straße deren Respektierung einfordern, mit Gewehrkugeln zu rechnen haben. Bei jeder Demonstration ein bisschen heftiger.

Etwa 80 Prozent der großen und kleinen Waffen, über die Kairos neuer starker Mann, General Sisi, in Ägypten gebietet und mit denen er eben auch auf Protestierende schießen lässt, werden über diverse Umwege aus US-Haushaltsposten bezahlt. Es ist deshalb gut vorstellbar, dass Sisi sehr genau darauf achtet, welche Miene man in Washington zu seinem Treiben macht. Es ist noch viel besser vorstellbar, dass ein paar Pentagon-Routiniers in Sachen Revolutions-Steuerungstechnik im Verteidigungsministerium in Kairo der Einfachheit halber gleich mit an Sisis Tisch sitzen.

Nach dem Unfall mit dem Verbündeten Mubarak, von dessen Sturz man sich überraschen ließ, wird nun dessen Nachnachfolge vorbereitet. Kein falsches Wort! Obwohl das Militär den gewählten Präsidenten stürzte, nennt das im Weißen Haus niemand undemokratisch oder gar Putsch. Sonst dürften ja offiziell keine Militärhilfen mehr fließen. Es läuft perfekt. Wer soll da noch an spontane Ereignisse in Kairo glauben?

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!