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Triumph mit Tücken

Alexander Ludewig über den 1:0-Finalsieg der deutschen Fußballerinnen

Heute wird weitergefeiert. Nach dem 1:0-Finalsieg der deutschen Fußballerinnen gegen Norwegen und dem insgesamt achten EM-Titel für den DFB werden die Frauen am Montag auf dem Frankfurter Römer empfangen. Ob Bernd Schröder applaudieren wird? Zumindest heimlich? Die Kritik des Trainers von Turbine Potsdam am Rande des Turniers, dass der Frauenfußball mehr Männer in entscheidenden Positionen bräuchte, verschwindet durch den Titelgewinn von Bundestrainerin Silvia Neid vorerst endgültig in den dunklen Abgründen des Chauvinismus.

Erfolg ist keine Frage des Geschlechts, sondern des Talents und nötiger Erfahrung. Diese Antwort hätte sich Bernd Schröder eigentlich auch selber geben können. Das der 71-Jährige beides besitzt, zeigt seine lange Erfolgsliste mit Turbine Potsdam. Auch deshalb sollte man ihn trotz seines bisweilen patriarchalischen Auftretens nicht vollends verdammen.

Zum einen ist die deutsche Nationalmannschaft ein glücklicher Europameister. Die von Schröder immer wieder erneuerte Kritik am Spiel des DFB-Teams hatte ihre Berechtigung auch in den vergangenen Tagen in Schweden. Ein Remis und eine Niederlage in der Gruppenphase waren ebenso wenig überzeugend, wie das Weiterkommen im Halbfinale gegen die Gastgeberinnen. Abgesehen von Grundtugenden wie Kampf und Einsatzbereitschaft ließ die DFB-Elf Einiges, vor allem im spielerischen Bereich, vermissen, war damit aber keine Ausnahme bei der Europameisterschaft. Gegen Gegner wie die USA, Brasilien oder Japan bleibt es so schwer.

Und auch die wenig beliebte Meinung Schröders, dass der Frauenfußball kein allzu großes Entwicklungspotenzial mehr habe, bleibt trotz Zuschauerrekorden in den schwedischen Stadien und Fanmeilen aktuell. Im Land des Europameisters und Champions-League-Siegers kommen im Ligaschnitt keine 1000 Zuschauer und die Liga verliert durch Insolvenzen und Abmeldungen traditionsreiche Klubs. Alexander Ludewig

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