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Fast die Hälfte der Kinder in Nepal arbeitet

  • Von Mallika Aryal, Katmandu (IPS)
  • Lesedauer: 2 Min.

Von den rund 7,7 Millionen nepalesischen Kindern zwischen fünf und 17 Jahren müssen einem nationalen Bericht über Frauen- und Kinderhandel zufolge etwa 3,14 Millionen arbeiten. Zwei Drittel dieser Kinder sind jünger als 14 Jahre. Die Organisationen Plan International und World Education gehen davon aus, dass etwas 165 000 der Minderjährigen im Haushalt eingesetzt werden.

In dem Land ist es demnach Tradition, dass in Städten lebende, wohlhabende Paare Kindern aus ländlichen Regionen Arbeit und Bildung anbieten.Viele arme Familien sind auf solche Angebote angewiesen, auch wenn Nepal bei der Armutsbekämpfung Fortschritte gemacht hat. Laut einer staatlichen Untersuchung im Zeitraum 2010 bis 2011 müssen mehr als 30 Prozent der Nepalesen mit umgerechnet weniger als 14 US-Dollar im Monat auskommen.

Etwa 80 Prozent der Bevölkerung leben in ländlichen Gebieten von der Subsistenzlandwirtschaft. Schon kleine Kinder werden für gewöhnlich zur Feld- und Hausarbeit mit herangezogen. Etwa die Hälfte aller Minderjährigen in den Dörfern, die weder über eine grundlegende Gesundheitsversorgung noch Schulen und sauberes Trinkwasser verfügen, ist mangelernährt.

In der 2007 eingeführten Interimsverfassung von Nepal wurden die internationalen Kinderrechts-Konventionen in nationales Recht überführt. 1992 trat ein Kinderschutzgesetz in Kraft, 2000 ein Gesetz zur Reglementierung von Kinderarbeit und 2002 ein Gesetz gegen Zwangsarbeit. Dennoch kann die Einhaltung dieser Gesetze bislang nicht garantiert werden. »Der Schutz der Opfer hat in unserem Land einfach keine Priorität«, kritisiert Kinderrechtler Kamal Guragain.

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