Pedram Shahyar 31.07.2013 / Ausland

OccupyGezi: Eine Gravur im kollektiven Gedächtnis

Serhan ist Tanzlehrer, ein Star in der boomenden Tangostadt Istanbul. In den frühen Morgenstunden sitzen wir bei einem Tee zusammen und unterhalten uns über die Gezi-Proteste. Jeder, der hier mit uns sitzt, war dort. »Ich war zum ersten Mal auf einer Demonstration und habe mich nicht wiedererkannt. Ich hatte solch eine Wut«, sagt Serhan. Er hat damals Barrikaden gebaut und Polizei-Gitter eingerissen.

Seinem Cousin wurde fünfmal die Nase gebrochen, eine Tränengasgranate flog ihm direkt ins Gesicht. »Ein paar Zentimeter weiter oben und er hätte die Augen verloren«, erinnert sich Serhan. Endam, die mich zu der Gruppe gebracht hatte, war mehrere Tage im Gezipark, bis zu seiner Räumung. Sie arbeitet bei der Fluggesellschaft »Türkish Airlines« und befindet sich nun schon seit über 70 Tagen im Streik. Die Gewerkschaft beteiligte sich mit einem Zelt und einer Streikperformance auf der Hauptbühne an den Protesten im Gezi-Park, erzählt s...

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