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Loyal

Mamnoon Hussain ist neuer Staatschef Pakistans

Mamnoon Hussain ist neuer Präsident Pakistans. Gewählt wurde der Kandidat der regierenden Muslim-Liga allerdings nicht vom Volk, sondern erstmals allein von den Mitgliedern des Senats, der Nationalversammlung und der vier Provinzparlamente des Landes. Der 73-Jährige war auch Favorit unter den nur noch zwei Anwärtern, nachdem die wichtigste Oppositionskraft, die Pakistanische Volkspartei (PPP) seines Vorgängers Asif Ali Zardari, die Abstimmung boykottiert hatte. Aber die Macht des pakistanischen Staatschefs wurde im Zuge einer Verfassungsreform ohnehin stark beschnitten; er muss sich nun vor allem mit einer repräsentativen Rolle begnügen. Doch ist der Präsident zumindest nominell weiter Oberster Befehlshaber der Streitkräfte der spannungsreichen Atommacht.

Kopf der Muslim-Liga ist Ministerpräsident Nawaz Sharif. Sein Führungscredo laute »Loyalität vor Kompetenz«, sagt der Politologe Hasan Askari Wisri, und Hussain gilt als treuer Parteisoldat. Er stand Sharif schon zur Seite, als der 1999 Regierungschef war und aus dem Amt geputscht und aus dem Land vertrieben wurde. Der praktizierende Muslim und überzeugte Demokrat Hussain landete später kurzzeitig sogar im Gefängnis. Zur Welt gekommen ist er im indischen Agra, dort, wo der berühmte Taj-Mahal-Palast steht. Was im verfeindeten Nachbarland durchaus Hoffnungen weckt. Der einstige Koranschüler, der dann doch nicht Geistlicher wurde, sondern mit dem Institut für Wirtschaftsverwaltung eine Elite-Uni absolvierte, als Geschäftsmann in Karatschi sein Geld mit Textilien verdiente und es zum Gouverneur der Provinz Sindh brachte, will der Regierung nun helfen, das Land aus seiner »argen Not« zu führen - vor allem, was die Wirtschaft und die Sicherheitslage angehe.

Eine Mischung aus islamischen Werten und den besten Praktiken aus dem Westen könne »für uns funktionieren«, zeigt sich der dreifache Vater überzeugt. Und es sei sein Ehrgeiz, die Regierung in Washington davon zu überzeugen, dass sie endlich mit den Drohnenangriffen aufhören müsse. Hussain tritt ein schweres Erbe an.

Olaf Standke

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