Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.

Reinrassige Worte im Eichenholzschrank

  • Von Thomas Blum
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wenn ich in Berlin in einem Geschäft für Backwaren ein »American Club Sandwich« ordere - »verhunze« ich dann »die deutsche Sprache«? Oder lasse ich die wahlweise feindselig dreinblickende oder staunende Berliner Bäckereifachverkäuferin großzügig an einem Akt des Fortschritts teilhaben? Öffne ich ihr mit meiner Bestellung nicht ein kleines Fenster, durch das sie vielleicht zum ersten mal etwas sehen kann, das nicht ihrer tristen Schrippe-mit-Hackepeter-Monokultur angehört? Zeige ich ihr nicht den ersten Schritt aus der Einfalt in die Vielfalt? Semmeln, Schrippen, Laabla, Weckle, Weggla, Rundstücke, Stüütkes, Kipfle, Bömmel - das sind einige der zurzeit im deutschen Sprachraum verwendeten Worte für »Brötchen«. Kämen nun englische Bezeichnungen wie »Roll« oder »Bun« hinzu, gäbe es ein paar Worte mehr und möglicherweise auch eine Erweiterung des Brotangebots. Das Abendland ist bisher auch noch nicht untergegangen, weil in Pirmasens eine...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.