Wegsperren ist keine Lösung

Der Umgang mit und die Behandlung von psychisch Kranken befindet sich in stetem Wandel

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die Gesellschaft, aber auch Ärzte sind oft überfordert, wenn es um den »richtigen« Weg geht, psychisch Erkrankten zu helfen.

»Sie nannten mich verrückt, und ich nannte sie verrückt, und verdammt noch mal, sie haben mich überstimmt« - diese Worte fand Nathaniel Lee, ein englischer Dramatiker aus dem 17. Jahrhundert, der zeitweilig in einer Irrenanstalt leben musste. So könnte der soziale Hintergrund des Wahnsinns zusammengefasst werden. Heute wird in diesem Zusammenhang aber vor allem mit biologischen Ursachen von Psychosen, Manien und Depressionen operiert. Nach einer Psychiatriereform in der Bundesrepublik mit einer entsprechenden Enquete 1975 lässt sich die Gesellschaft nicht mehr gerne fragen, wie sie mit Menschen umgeht, die als »geisteskrank« gelten.

Angehörige, Freunde, Nachbarn haben oft nur den Wunsch, dass der oder die »Wahnsinnige« wieder »funktionieren« soll. Mit »Wegsperren« wird gedroht oder dieses gewünscht, im schlimmsten Fall wird es von Verwandten oder anderen Interessierten forciert. Zum Glück stehen davor sowohl medizinische als a...


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