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Autofahrer zeigt Schweriner Minister an

Ein Radausflug mit Folgen

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat Berichte zurückgewiesen, nach denen er am Wochenende nicht Opfer eines Verkehrsunfalls geworden, sondern selbst einen Autofahrer angegangen sei. Doch die Sache zieht Kreise.

Schwerin (Agenturen/nd). Nach einem Zwischenfall auf einer Dorfstraße in der Nähe von Rostock hat ein Autofahrer Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung angezeigt. Zu weiteren Details wollte sich ein Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft am Mittwoch nicht äußern. Nach dem Vorfall am vergangenen Sonntag hatte Backhaus, der sich mit Frau und Kind auf einem privaten Fahrradausflug befand, den Fahrer angezeigt, weil er von diesem angefahren und am Knie verletzt worden sei.

Laut einem Bericht des NDR behauptet der Autofahrer hingegen, nach einer verbalen Auseinandersetzung mit Backhaus von diesem mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden zu sein. Zudem habe der Minister auf das Auto eingeschlagen. Anlass des Streits war offenbar, dass der 69-Jährige mit seinem Wagen dicht an den beiden Fahrrädern vorbeigefahren war. Backhaus› Unfallgegner - er kommt aus Nordrhein-Westfalen - wird von Peter-Michael Diestel, dem letzten Innenminister der DDR, anwaltlich vertreten. Der Minister war am Montag trotz der von ihm angegebenen Knieverletzung zur Agrarministerkonferenz nach Berlin gefahren. Inzwischen hat er sich bis Ende der Woche krankschreiben lassen und alle öffentlichen Termine abgesagt.

Nach Darstellung des Autofahrers sei Backhaus vor einem Kreisverkehr sehr weit auf der Straße gefahren, beim Passieren mit geringer Geschwindigkeit habe Backhaus angefangen zu schimpfen. In der Folge soll es auf der Landstraße erst zu einem Wortwechsel, dann zu Handgreiflichkeiten gekommen sein.

Backhaus widersprach bereits am Dienstag laut NDR den Vorwürfen. »Ich habe diesen Mann definitiv nicht geschlagen«, sagte der Minister demnach. Der Autofahrer habe ihn verletzt. Gegen diesen wird wegen eines Anfangsverdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.

Anwalt Diestel wirft Backhaus vor, er wolle seine Straftat verdecken, indem er dem Autofahrer strafbares Handeln vorwerfe. Diestel erklärte im Gespräch mit NDR 1 Radio MV, sein Mandant sei absolut glaubwürdig, der Faustschlag habe Blutergüsse und Schwellungen hinterlassen.

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