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Solarworld hofft auf Rettungsplan

Photovoltaik-Unternehmen will mit neuem Geld wieder Gewinne machen

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Seit zwei Jahren macht Solarworld Miese. Aktionäre sollen für seine Rettung Verluste in Kauf nehmen.

Eine Insolvenz des Solarmodulherstellers Solarworld scheint vorerst abgewendet. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung des Unternehmens in Bonn zeichnete sich am Mittwoch eine Zustimmung für den Rettungsplan des Solarworld-Gründers Frank Asbeck ab. Wegen Verzögerungen lag ein Ergebnis bis Redaktionsschluss jedoch noch nicht vor.

Einst galt Solarworld zusammen mit anderen Unternehmen aus der Photovoltaik-Branche als innovativer Hoffnungsträger der deutschen Wirtschaft. Doch seit 2011 macht der Konzern Verlust. Allein letztes Jahr beliefen sie sich auf 476,9 Millionen Euro. Auch im ersten Halbjahr 2013 litt Solarworld unter einem Rückgang des Umsatzes auf 201 Millionen Euro gegenüber 340 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Konzern beschäftigt am Hauptproduktionsstandort in Freiberg, einem weiteren Werk in den USA und in der Bonner Zentrale noch rund 2600 Mitarbeiter. In Spitzenzeiten waren es einmal 3500.

Bereits am Montag und Dienstag bat Solarworld seine Gläubiger von Anleihen um Beihilfe. Diese stimmten mit jeweils beinaher hundertprozentiger Mehrheit für den Rettungsplan von Asbeck. Damit verzichten sie auf 55 Prozent der insgesamt 550 Millionen Euro schweren Forderungen, die sie halten. Der am Mittwoch verhandelte Teil des Rettungsplans sieht Einschnitte bei den Aktionären vor. Sie sollen künftig von 150 Aktien nur noch eine behalten dürfen. Asbek selbst steuert frische zehn Millionen Euro bei. Nach dem Kapitalschnitt käme er dann wieder auf einen Anteil von rund 20 Prozent. Auch der arabische Investor Qatar Solar will mit 35 Millionen 29 Prozent des Unternehmens erwerben.

Solarworlds Schieflage ist Teil der Krise, in der sich die deutsche Solarbranche seit über zwei Jahren befindet. Seit 2010 meldeten über 20 Unternehmen Insolvenz an, darunter auch große Namen wie Solon und Conergy. Die Gründe für die Branchenkrise sind zum einen die drastischen Kürzungen der Bundesregierung bei der Förderung der Solarenergie. Zum anderen macht den Firmen auch die billige Konkurrenz aus China zu schaffen. Ein Teil der Branche schloss sich deshalb letztes Jahr zu der Initiative ProSun zusammen, um auf EU-Ebene ein Anti-Dumping-Verfahren gegen die Konkurrenz aus Fernost anzustreben.

Nach Verhandlungen mit China verzichtet die EU aber darauf, Strafzölle einzuführen, wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte. Demnach sieht der Kompromiss mit Fernost Diplomatenkreisen zufolge vor, dass die chinesischen Solarpaneele einen Mindestpreis von 56 Cent pro Kilowatt nicht unterschreiten dürfen.

Solarworld-Chef Asbeck nannte diesen Kompromiss zwischen der EU und China »Panda-Kissing«. Einige Probleme seines Unternehmens sind aber selbst gemacht. So belasten teure Lieferverträge für Silizium, ein Rohstoff für Solarzellen, die Firma stark.

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