Werbung

Der Herr Steinmeier aus Berlin

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Seit Mittwoch unternimmt SPD-Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier eine dreitägige Sommerreise durch Westbrandenburg und anschließend widmet er sich in dieser Region noch einen Tag ausschließlich seinem Wahlkreis Brandenburg/Havel und Umgebung.

Steinmeier ist jedoch ganz offensichtlich kein Brandenburger - und das kreidet ihm seine Wahlkreiskonkurrentin Diana Golze (LINKE) an. Sie bezieht sich auf ein Interview, das der ehemalige Bundesaußenminister dem »Tagesspiegel« gegeben hat. Dort schwärmt er vom piekfeinen Berlin-Zehlendorf, das ihm und seiner Familie zur Heimat geworden sei. Zwar hatte der gebürtige Westfale Steinmeier einst eine geräumige Absteige in Saaringen angemietet und als Zweitwohnsitz angemeldet. Doch eine Privatfehde unter den Eigentümern des alten Bauernhofs, die vor Gericht ausgetragen wurde, zwang den SPD-Politiker, der mit diesem Streit eigentlich nichts zu schaffen hatte, dieses Domizil aufzugeben.

»In Zehlendorf wohnen wir jetzt mit der Familie 13 Jahre ... Wir fühlen uns sehr wohl«, erzählte Steinmeier dem »Tagesspiegel«. Diana Golze fühlte sich zu der Erklärung veranlasst, dass viele das Gefühl haben, weit weg in Berlin werde Politik gemacht, die an den Lebensverhältnissen der Mehrzahl der Bürger vorbei gehe. »Ich möchte nicht nur Politik für, sondern vor allem Politik mit den Menschen machen.« Für den märkischen SPD-Spitzenkandidaten Steinmeier werde dies schwierig, urteilte Golze, denn seine Heimat sei Zehlendorf. »Steinmeier ist nicht in Brandenburg angekommen. Er interessiert sich nicht für die Menschen und deren Probleme. Das Bürgertum in Zehlendorf liegt ihm näher als die Menschen in seinem Wahlkreis«, sagte Golze. Mit den ländlichen Regionen habe Steinmeier nichts am Hut. »Da helfen auch keine Fahrradtouren wenige Wochen vor der Wahl.«

Ganz unproblematisch ist dieser Vorwurf jedoch nicht. Immerhin gilt ein Genosse Diana Golzes, der ostbrandenburgische Bundestagsabgeordnete Thomas Nord, als ein Mann, der im Grunde immer ein Berliner geblieben sei und der sehr oft dort übernachtet. Allerdings führte Thomas Nord viele Jahre die märkische LINKE. Er weiß, wo seinen Wählern der Schuh drückt, und er verfügt auch über ein Quartier in Frankfurt (Oder).

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen