Ausblick ins Wesentliche

Manet-Ausstellung in Venedig

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Vieles bleibt sich gleich in dieser Stadt, aber einiges ändert sich doch. So ist es heute nicht mehr üblich, dass die Hotels die Ankunft neuer Gäste in der Zeitung vermelden - es wären auch allzu lange Listen. Als Édouard Manet am 13. September 1874 hier eintrifft, gibt es diese Fremdenlisten noch - und so steht in der »Gazetta di Venezia« unter »Grande Albergo«: »Sigg. Manet, della Francia«. Aufsehen hat seine Anwesenheit hier wohl nicht ausgelöst - das war in Paris anders. Dort erregte man sich zu dieser Zeit schon mehr als zehn Jahre lang über Émile Zola, Paul Cézanne und Édouard Manet.

Zola hatte als Journalist erfolgreich seinen polemischen Krieg gegen die akademischen »Salons« geführt - und mehr noch gegen die Jurymitglieder dieser großen repräsentativen Ausstellungen. Warum wählen die Kunstrichter immer nur die schlechten Bilder aus und lehnen die guten ab? Das fragt er so laut und beharrlich - bis auch Napoleon III. si...


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