Schwule Blutspender unerwünscht

Lockerung der Richtlinien bleiben umstritten

Köln (epd/nd). Der Vorstoß der Bundesärztekammer, das Blutspendeverbot für schwule Männer zu lockern, stößt bei Medizinern und Experten auf verhaltene Reaktionen. »Wir nehmen es in Kauf, Menschen auszuschließen«, sagt Susanne Stöcker, Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), das in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer die Richtlinien für Blutspenden erstellt: »Denn das Risiko liegt hier um ein Vielfaches höher als in anderen Gruppen.« Nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts vom November 2012 sind bundesweit etwa 78 000 Menschen mit HIV infiziert - 51 000 davon sind schwule Männer. Schwule Männer sehen sich jedoch diskriminiert. Sex mit Männern würde mit der bisherigen Richtlinie unter einem Generalverdacht gestellt, kritisiert Markus Ulrich vom Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD). Das sehen auch die meisten Mediziner so. Problem: Auch modernste HIV-Tests geben in der Frühphase einer Ansteckung keine absolute Sicherheit. Das Virus muss sich erst eine Weile im Blut befinden, bevor es nachweisbar ist.

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