Der Weg nach Optina Pustyn

Viktor Pelewin: »Tolstois Albtraum« - ein postmodernes Verwirrspiel

  • Von Karlheinz Kasper
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Lew Tolstoi hat die Evangelien neu übersetzt, die dogmatische Theologie und die orthodoxe Kirche kritisiert und aus der Bergpredigt des Matthäus-Evangeliums den Grundsatz abgeleitet, dass man dem Übel nicht mit Gewalt entgegentreten dürfe. 1901 wurde er vom Synod exkommuniziert. Kurz vor dem 100. Todestag Tolstois am 20. November 2010 wandte sich der Präsident der russischen Buchunion in einer »delikaten Angelegenheit« an Patriarch Kirill. Ob die Russisch-Orthodoxe Kirche aus Anlass des Jubiläums nicht endlich den Ausschluss des großen Schriftstellers rückgängig machen könne. Die abschlägige Antwort kam aus dem Mund des Archimandriten Tichon, der den Kulturbeirat des Patriarchats leitet und ein erfolgreicher »orthodoxer« Schriftsteller ist. Tolstoi habe sich ja nicht von seinem Ketzertum losgesagt.

Diesen Vorgang griff Viktor Pelewin - vorausahnend?! - in seinem Roman auf, der im Original »T« heißt. Ihm ging es nicht um Tolsto...


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