Der Regenmacher

»Der Fall Wilhelm Reich« von Antonin Svoboda

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

In einem kleinen Charlottenburger Hotel, dem man seine fünf Sterne auf den ersten Blick nicht ansieht, erklärt Klaus Maria Brandauer seinen Film. Es ist tatsächlich sein Film, auch wenn Antonin Svoboda die Regie führte. Brandauer aber ist Wilhelm Reich, jener legendäre Psychoanalytiker, den die einen für ein visionäres Genie, die anderen für einen Scharlatan hielten. Um ihn, genauer, seine letzten Lebensjahre, kreist der Film. Und Brandauer weiß, er muss für seinen Reich hier kämpfen, damit er in der Masse der filmischen Produkte, die Woche für Woche in die Kinos drängen, überhaupt bemerkt wird. Er wirbt mit Charme und Geduld, verwickelt sein Gegenüber in Betrachtungen über die Zeit Ende der 60er Jahre, als die Studentenrevolte auch ihn erreichte und mit ihr die Schriften Wilhelm Reichs.

Ohne Pause, vom frühen Vormittag bis zum späten Nachmittag zieht die Karawane der Journalisten vorbei, fragt vermutlich immer das Gleiche, od...


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