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Vom Kopf auf die Füße

Reimar Paul über die Atommüll-Bilanz von Umweltschützern

Mit dem im Sommer verabschiedeten Endlagersuchgesetz suggerierten Politiker, das leidige Problem mit dem Atommüll werde nun ein für alle Mal gelöst. Vergeblich mahnten Umweltschützer, zunächst eine Atommülldebatte zu führen, das heißt zu ermitteln, wie viel und wie beschaffener radioaktiver Abfall überhaupt existiert. Erst danach sei der Umgang mit dem Müll gesetzlich zu regeln.

Der gestern vorgestellte Report unterstreicht, wie berechtigt diese Forderung war. Er macht deutlich, dass das Problem Atommüll nicht auf die Suche nach einer Lagerstätte reduziert und in die Zukunft verschoben werden kann. Das Problem Atommüll war, ist und bleibt präsent. Akut und flächendeckend. An mindestens 90 Standorten.

CDU/CSU, FDP, SPD und Grüne setzen auf ein Zwei-Endlager-Konzept: Die weniger stark strahlenden Abfälle kommen in den Schacht Konrad, der hoch radioaktive Atommüll in ein noch zu benennendes Lager. Doch das wird nicht reichen. Ein weiteres Endlager wäre für die derzeit im Bergwerk Asse vergrabenen Abfälle nötig - vorausgesetzt, deren Bergung klappt wie geplant. Gelingt sie nicht, würde die Asse zum Endlager. Mit der früheren DDR-Atommüllkippe Morsleben stiege die Zahl der Lagerstätten auf vier bis fünf. Noch hat sich die Kommission, die Kriterien für die Endlagersuche entwickeln soll, nicht konstituiert. Zeit also, den von Altmaier, Gabriel und Trittin vorgegebenen Weg zu verlassen. Und die Debatte vom Kopf auf die Füße zu stellen.

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