Koalition sucht Pfleger im Ausland

LINKE kritisiert Abwerbestrategie

  • Lesedauer: 1 Min.

Düsseldorf (epd/nd). Die Bundesregierung wirbt in neun Ländern um Fachkräfte für den Gesundheits- und Pflegebereich. So sind 2013 in Spanien sieben Werbeveranstaltungen geplant, wie aus einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht. Geworben werde auch in Griechenland, Italien, Portugal, Serbien, Bosnien-Herzegowina, den Philippinen und Tunesien. Mit China gibt es zudem ein Abkommen über ein Projekt, durch das 150 chinesische Pflegekräfte nach Deutschland vermittelt werden sollen.

Die Linkspartei kritisierte, die Abwerbung von Fachkräften aus Ländern wie Tunesien oder den Philippinen verschärfe die Unterversorgung dort. Statt zu den gleichen schlechten Konditionen ausländische Arbeitskräfte in der Pflege- und Gesundheitsbranche auszubeuten, müssten dringend die Arbeitsbedingungen hierzulande verbessert werden, forderte Niema Movassat, der für die Linksfraktion im Bundestagsunterausschuss »Gesundheit in Entwicklungsländern« sitzt.

Die Bundesregierung verweist dagegen darauf, dass sie den Verhaltenskodex der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Anwerbung ausländischer Fachkräfte einhalte.

Pflegefachkräfte kommen vor allem aus Osteuropa nach Deutschland. Die Zahl der Beschäftigten in der Pflegebranche aus Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn stieg den Angaben zufolge in den vergangenen zwei Jahren von 15 000 auf heute rund 21 000.

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