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Nestflüchter

Voyager 1 / Im Alter von 36 Jahren verlässt die Sonde das Heimat-System

  • Von Steffen Schmidt
  • Lesedauer: 2 Min.

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Gibt es intelligentes Leben im All? Ganz offensichtlich. Der beste Beweis ist, dass noch niemand mit uns Kontakt aufgenommen hat. Und dabei geben wir Menschen uns doch alle Mühe, wahrgenommen zu werden. Funkwellen werden auf der Suche nach Außerirdischen ins All gesendet, Riesenantennen suchen nach Signalen anderer Zivilisationen. Und für alle Fälle wurden vor 36 Jahren zwei Sonden ausgeschickt, die nicht nur die äußeren Planeten unseres Sonnensystems erforschen sollten, sondern auch noch als Botschafter der Menschheit das heimatliche System verlassen sollten.

Sollten Außerirdische eine der Sonden später einmal aufsammeln, müssen sie sich mit einer auf der Erde gerade wiederauflebenden Technik befassen: der Schallplatte. Die »Voyager Golden Record« allerdings besteht nicht aus schwarzem Vinyl, sondern aus vergoldetem Kupfer. Für die Auswahl des Inhalts ließ man sich von Science-Fiction-Autoren beraten. Doch auch die schienen ein eher idyllisches Bild der Erde akzeptabel zu finden. Die Musikauswahl der Platte enthielt neben Werken von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart und Chuck Berry immerhin auch einige Musikstücke aus Afrika und Asien.

Die US-Raumsonden »Voyager 1« und »Voyager 2« starteten 1977, um eine besonders günstige Planetenkonstellation zu nutzen. Bei der aufeinanderfolgenden Passage der Riesenplaneten Jupiter und Saturn sollten die beiden Flugkörper regelrecht aus dem Sonnensystem geschleudert werden. Bedenkt man die heutige Haltbarkeit technischer Geräte, ist es ein Wunder, dass »Voyager 1« jetzt tatsächlich in funktionsfähigem Zustand mit der Rekordgeschwindigkeit von 60 000 km/h die Grenzen des Sonnensystems hinter sich gelassen haben soll. Denn die staatlichen Auftraggeber hatten seinerzeit verlangt, dass die beiden Sonden nur für eine Lebensdauer von vier Jahren ausgelegt werden sollten. Der Zwillingssonde, die auch noch Bilder vom Planeten Neptun geliefert hatte, geht allerdings inzwischen der Strom aus. Spätestens im Jahre 2025 dürfte der Kontakt abreißen.

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