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Der Junge, den man in einen Anzug gesteckt hatte

Der Filmregisseur Andreas Dresen verabschiedet sich mit einer bewegenden Rede von seinem Lehrer Lothar Bisky

»Noch ein paar gute Jahre, mit Büchern, Filmen und Kartoffelsuppe«: Andreas Dresen während seiner Rede

Draußen sind die Plakate bunt. Sie künden von großen Zielen. Die Männer und Frauen auf ihnen lächeln und blicken optimistisch in die Zukunft. Links, Rechts, Mitte, Schwarz, Gelb, Rot, Grün. Sie wissen, was zu tun ist. Wie schon so oft.

Es gab Zeiten, da konnte ich auch dich auf diesen Plakaten sehen, lieber Lothar. Jetzt aber ist dein Bild schwarzweiß und ich kann nicht glauben, dass es dich nicht mehr gibt. Denn du hast mir gezeigt, was es heißt, aufrichtig zu sein. Sanft, freundlich und trotzdem bestimmt.

Ende September ’89. Eine aufregende Zeit. Angespannt. Nicht nur an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg, aber natürlich auch dort. Deine Studenten wollten drehen, auch ich, wir wollten dokumentieren, was im Land geschieht, aber immer wieder gab es Ermahnungen, Restriktionen von Seiten der politischen Führung der DDR.

Du, lieber Lothar, hattest davon die Nase voll. Aber du wusstest auch, es könnte gefährlich ...


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