Mysteriöses Massaker in Guatemala

Täterschaft unklar: Drogenbanden oder Paramilitärs

  • Von Samuel Weber
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Guatemala hat eine der höchsten Mordraten in Lateinamerika. Erst vor wenigen Tagen fielen elf Menschen einem Massaker zum Opfer. Die Behörden machen Drogenbanden dafür verantwortlich, Menschenrechtsgruppen sehen darin einen Einschüchterungsversuch der Bergbaugegner.

Am tödlichen Überfall gibt es keine Zweifel, an der Urheberschaft schon. Oscar Gálvez ist Sprecher der guatemaltekischen Menschenrechtsorganisation Waqib› Kej. Die Organisation steht in engem Kontakt zu den Menschen in Kaqchikel de San José Nacahuil im Landkreis San Pedro Ayampuc. Dort wurden Samstagnacht vor einer Woche elf Menschen von maskierten Tätern massakriert, die laut Augenzeugen wahllos um sich schossen. Der Zwischenfall ereignete sich kurz nachdem eine Patrouille der Polizei das Dorf passierte hatte.

Gegenüber »nd« bestätigt Gálvez den Vorfall. Allerdings äußerte er Zweifel an der Version der Regierung. So sei das Auftauchen der Polizei in dieser Gemeinde an sich etwas Ungewöhnliches. Denn seit Jahren sorgen die Einwohner selbst mit einer eigenen Gemeindepolizei für Sicherheit. Dieses Modell funktioniere sehr gut. Kriminalität komme praktisch nicht vor. Folglich könne die Regierung ...


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