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Der Klassiker-Code

Die Goethe-Biografie von Rüdiger Safranski

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Wer je Schüler war, wen je im Leben das Misslingen nieder- und niederwarf, wem je das Empfinden des eigenen Mittelmaßes merklich ins Gemüt schlug - dem kam, dem kommt jede Feier Goethes wie Gewaltanwendung vor: dieses Genie!, dieses rundum Gelingende!, dieser Genussglanz!, diese strotzende Präsenz!, diese Gesellschaftsfähigkeit!, diese Gewandtheit noch in jedweder Ödnis!

Die Verehrung für Goethe wirkte zu meiner Schulzeit wie ein züchtigendes Gebot, wie eine strenge Gesittungsvorschrift: Schaut nur, dies Maßvolle und Mustergültige, seht nur, dies Vorbild. Vorbild wie eine Vorhölle. Wenn das Deutschlehrertum damals pädagogisch gestimmt mit Goethe anrückte, wuchs unsereinem einzig die Entfremdungslust. Das uralte Reflexschema. Ob Deutschland oder Frieden, ob Europa oder Freiheit, ob Wetter oder Utopien, ob Gott oder Goethe: Nimmt ein Predigender von etwas den Mund voll und voller - es hängt allen, die es hören und begreifen soll...


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