Café político

Die grüne Bohne sorgt in El Salvador für das Auskommen auch mancher ehemaliger FMLN-Guerilleros

  • Von Tom Beier, San Salvador
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Es ist des Deutschen wohl liebstes Getränk: Kaffee. Auch im Fairen Handel liegt die Bohne weit vorne und macht über 40 Prozent des Gesamtabsatzes deutscher Fair-Handels-Importeure aus. Einer davon ist die Kaffeekampagne El Salvador mit der Marke »La Cortadora«. Eine Stippvisite im Herkunftsland.

Natürlich glaubt niemand, der sich morgens seinen duftenden und hoffentlich fair gehandelten Bio-Kaffee zubereitet, dass im Herkunftsland braune Bohnen an Bäumen wachsen. Irgendwie war das anders. Aber wie genau - und wo? Vor langer Zeit warb einer der hiesigen Kaffeekonzerne mit dem Slogan: »Kaffee direkt aus der Dritten Welt!« Als ob er jemals woanders herkam. Und »Dritte Welt« heißt das schon lange nicht mehr, sondern: Globaler Süden.

Sich dort einmal umzutun, um der Herkunft des liebsten Getränks der Deutschen nachzugehen, ist nicht die schlechteste Art alternativen Reisens. Die Kaffeekampagne El Salvador macht das manchmal möglich. Hervorgegangen aus der Solidaritätsbewegung mit der Guerilla FMLN, haben sich ihre Mitglieder darauf spezialisiert, ehrenamtlich biologisch-fairen und politisch korrekten Kaffee aus El Salvador zu importieren. »La Cortadora« nennen sie ihren Kaffee - die Pflückerin. Zuweilen kann man deren Spur...

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