Ein Spital der Bürger

Im niedersächsischen Einbeck übernehmen wohlhabende Familien das insolvente Krankenhaus

  • Von Reimar Paul
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Olaf Städtler kommt übermüdet, unrasiert und in blauer Krankenhauskleidung zum Interview. Die halbe Nacht hat er im OP gestanden, den Vormittag über jagte eine Besprechung die nächste, und jetzt, statt einer Mittagspause, der Pressetermin. Immerhin hat Städtler, Chefarzt und medizinischer Geschäftsführer des Einbecker Bürgerspitals, Gutes zu vermelden. »Der Laden läuft«, sagt er und reibt sich die Augen. »Und das Insolvenzverfahren ist abgeschlossen.«

Städtler selbst hat dazu beigetragen, dass eine von gut betuchten Bürgern gegründete, gemeinnützige GmbH die Klinik in der südniedersächsischen Kleinstadt zum 1. Januar übernehmen und vor der Pleite retten konnte - eine bundesweit bislang einzigartige, gleichwohl nicht unumstrittene Initiative. Das früher nach dem Apotheker und Entdecker des Morphins, Friedrich Sertürner, benannte Krankenhaus war zuvor finanziell in schwere Schieflage geraten.

Dass die Einrichtung ...


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