Der Papst will die Kirche heilen

Neue Äußerungen von Franziskus zwischen Dogmatismus und Tabubruch

  • Von Julius Müller-Meiningen, Rom
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Papst Franziskus hat in einem Interview bisherige Tabuthemen offen angesprochen, darunter Homosexualität und die Rolle der Frau. Seine Wortwahl deutet eine Neuausrichtung an, inhaltlich aber bleibt er konservativ.

Erstmals skizziert er ausführlich, wie er sich die Weltkirche unter seiner Führung vorstellt. »Wir müssen auch ein neues Gleichgewicht finden, sonst fällt auch das moralische Gebäude der Kirche wie ein Kartenhaus zusammen«, sagte Papst Franziskus in einem am Donnerstagabend veröffentlichten Exklusiv-Interview für Zeitschriften des Jesuitenordens. Er hat eine Kirche vor Augen, die zwar in einigen Fragen an den bisherigen Dogmen festhalte, aber sie doch in Ton und Umgang aufzuweichen versucht. Ein Paradox?

»Ich sehe die Kirche wie ein Feldlazarett nach einer Schlacht«, so der Papst. »Man muss die Wunden heilen. Dann können wir über alles andere sprechen.« Franziskus meint damit, die Kirche müsse integrierend wirken und nicht ausschließen. »Die Kirche hat sich manchmal in kleine Dinge einschließen lassen, in kleine Vorschriften.« Der Papst spielt auf dogmatische Probleme an, die viele Gläubige beschäftigen oder zur Abkehr vom Kat...


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