Werbung

Verkohlte Republikaner

Kurt Stenger über Obamas CO2-Vorgaben für neue Kohlekraftwerke

Klimaziele sind eine hehre Angelegenheit: Sie sind leicht dahergesagt, doch wenn es um die Umsetzung geht, tauchen schier unüberwindliche Hürden auf. So ist es bei der deutschen Energiewende, und so ist es erst recht in den USA: Präsident Barack Obama hat erklärt, sein Land solle bis 2030 die Treibhausgasemissionen um die Hälfte reduzieren. Gleichzeitig scheint es ihn nicht zu stören, wenn der Kohlebergbau ebenso wie die Förderung von Erdgas durch umstrittene Methoden wie dem Fracking boomen.

Doch Obama hat vor allem ein politisches Problem. Es gibt massive Widerstände - von der mächtigen Lobby der Öl- und Kohlekonzerne, von Klimaskeptikern, die die wissenschaftliche Tatsache der Erderwärmung für eine Verschwörung halten, und von Leuten, die sich generell nichts vom Staat vorschreiben lassen wollen. Ihr schlagender Arm sind die Republikaner, die wie im aktuellen Haushaltsstreit jede vernünftige Lösung zu hintertreiben versuchen. Während die Ultrakonservativen hier eine vorübergehende staatliche Zahlungsunfähigkeit in Kauf nehmen, ist ihnen in Energiefragen die Klimakatastrophe schnurzpiepegal: Kohlekraftwerke sollen weiter irrsinnige Mengen CO2 ausstoßen dürfen.

Wenn der Präsident jetzt den Verordnungsweg über die Umweltbehörde einschlägt, mag das ein cleverer Schachzug gegen verkohlte Republikaner sein. Für eine langfristig angelegte, stabile Klimapolitik bräuchte es weit mehr - einen gesellschaftlichen Konsens.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln