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Bald bist du TOD

Sarah Liebigt zieht Resümee nach einem heimattreuen Wochenende

»Die Schonzeit ist vorbei ... Nationalen Sozialismus durchsetzen. Mit allen Mitteln. Auf allen Ebenen.« - Dieses am Samstag vom »Hamburger Nationalkollektiv« zur Schau getragene Transparent wurde in Stil und Botschaft bestens ergänzt vom T-Shirt eines Demoteilnehmers auf einer anderen rechten Veranstaltung. In des guten Deutschen liebsten Farben gehalten war auf schwarzem Grund ein weißer Galgen inklusive Aufgeknüpftem zu sehen; in roter Schrift stand daneben »Antifa let's dance«. Nanu!? Das ist aber nicht besonders heimatverbunden, dieses Englisch.

Am vergangenen Wochenende fühlten sich wohl diverse Nazis so richtig unternehmungslustig und voller Tatendrang. Fehlt nicht viel zur Vorstellung, wie in den Hinterstübchen bei »Himla« (Himbeerrum mit Limonade) und »88er Rock'n'Roll« zum Wahlkampfende die Stimmung hoch gegeifert wurde. Die erste Nacht des Wochenendes war noch für Geschmiere reserviert: Das Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus am Steinplatz in Charlottenburg wurde mit Hakenkreuzen beschmiert. Am Wohnhaus von Hakan Taş (LINKE) hinterließen Andere die Drohung »Bald bist du TOD«. In der Nacht zum Sonntag blieb es nicht mehr bei Sachbeschädigung wie der Zerstörung von Wahlplakaten. Aus einer Gruppe heraus wurde ein Jugendlicher zusammengeschlagen, weil er »links« aussah.

Nicht nur in Berlin trachten Neonazis und ihre politischen Vertreter verstärkt danach, mit Gewalt und ständigen Kundgebungen sich alte Räume zurückzuerobern. Bundesweit können sie an die bürgerlichen Proteste gegen Flüchtlingsunterkünfte andocken und sind auf gutem Wege, die Stimmung Anfang der 1990er Jahre wieder aufleben zu lassen.

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