Wem gehört der Acker?

Kapitalgesellschaften auch in der deutschen Landwirtschaft auf dem Vormarsch

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

2014 wurde von den Vereinten Nationen zum »Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe« gekürt. Gleichzeitig führt die Nachfrage nach Ackerflächen weltweit zu steigenden Preisen. Um den Konflikt um das Bodeneigentum drehte sich auch eine Diskussion auf der Berliner Jahrestagung der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus.

Landwirtschaftliche Familienbetriebe sind in Deutschland seit Jahrzehnten nicht nur theoretisches Leitbild, sie sind ebenso der Bezugspunkt für europäische Agrarpolitik wie für internationale Empfehlungen auch in Richtung von Entwicklungs- und ehemals sozialistischen Ländern. Martin Petrick vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Halle hat die tatsächlichen Anteile von Einzelbetrieben und Kapitalgesellschaften an fünf verschiedenen Standorten weltweit untersucht. Überraschenderweise gab es den im Verhältnis größten Anteil von Einzelbetrieben im US-Bundesstaat Iowa, während der höchste Anteil von Kapitalgesellschaften im Oblast Belgorod in der russischen Schwarzerde-Region liegt. Die vielen GmbH dort gingen aus früheren Kolchosen hervor.

Zwischen den beiden Extremen liegen unter anderem der Osten Deutschlands und kasachische Gebiete, in denen landwirtschaftliche Flächen derzeit erneut erschlossen werden. Agrarökonom Petric...


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