Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Fragwürdige Abschiedstour

Roland Etzel zu Westerwelles Teilnahme an der UNO-Vollversammlung

Guido Westerwelle hat die neue Führung in Ägypten am Rande des UN-Plenums zur Wiedereinbindung der verbotenen Muslimbruderschaft ermahnt. Das ist sicher sehr vernünftig. Allerdings muss man sich wohl nicht nur fragen, wie der ägyptische Amtskollege das aufgenommen hat, sondern ob überhaupt. Denn weshalb sollte er?

Über 100 Regierungs- oder Staatschefs, aus Deutschland meist der Außenminister, die auch dieses Mal zur Generalversammlung der Vereinten Nationen angereist sind, tun dies nicht allein um des plakativen Auftritts vor dem Plenum willen. Noch wichtiger ist ihnen wohl die Gelegenheit, in der Lobby des UN-Hauptquartiers ohne die Zwänge des Protokolls Kollegen von - nennen wir es einmal - weniger befreundeten Staaten zu treffen. Dies kann von großem praktische Nutzen sein, aber nur wenn der Gesprächspartner ein entsprechendes politisches Gewicht hat.

Warum also Westerwelle? Von welchem praktischen Wert sind zum Beispiel informelle Absprachen eines Gerade-noch-Ministers? Diese Frage hätte Angela Merkel zu beantworten. In Westerwelles Umfeld wird verlegen etwas von »pflichtgemäßer Abschiedsreise« gemurmelt. Das ist zwar äußerst rührend. Allerdings sollte die Kanzlerin dieses wie des nächsten Außenministers daran erinnert werden, dass ein UNO-Plenum keine Betriebsfeier ist, wo man auch mit dem Blauen Brief in der Tasche noch ein paar Belanglosigkeiten zum Besten geben kann.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln