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Ausbeutung bei der Gurkenernte

Berlin (nd). Rumänische Helfer für die Gurkenernte im Spreewald zahlten für die Vermittlung nach Deutschland hohe Provisionen. Ihnen wurden die Pässe entzogen und sie schufteten für Hungerlöhne. »Wer auf seine Rechte pochte, wurde fristlos gekündigt«, meldete der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) jetzt. Der Menschenhandel zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft, wie es im Amtsdeutsch heiße, habe in Deutschland eine sehr hohe Dunkelziffer. Die Internationale Arbeitsorganisation in Genf schätze weltweit 21 Millionen Opfer. Das Phänomen tauche zunehmend auch in hiesigen Breitengraden auf.

Die Betroffenen arbeiten laut DGB in Brandenburg vor allem auf dem Bau, in der Gastronomie sowie in der Landwirtschaft. In Deutschland sei der Menschenhandel zur Ausbeutung der Arbeitskraft als Delikt im Strafgesetzbuch vermerkt.

»Diese Menschen brauchen Hilfe, wir müssen ihnen eine Stimme geben und den Polizeibehörden muss die Möglichkeit eröffnet werden, internationale Täterstrukturen zu zerschlagen«, forderte die DGB-Landesbezirkschefin Doro Zinke anlässlich der Eröffnung von zwei neuen Beratungsstellen in Potsdam und Frankfurt (Oder). Die Betroffenen sollen dort nicht nur über ihre tariflichen Rechte aufgeklärt werden, ihnen müsse auch eine Rechtsberatung angeboten werden, um sich wehren zu können, erklärte Zinke.

In Potsdam ist das Büro in der Breiten Straße 9a im Raum 116 untergebracht und donnerstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet, in Frankfurt (Oder) am Zehmeplatz 11, Raum 306, immer dienstags von 10 bis 15 Uhr. Gesprochen wird dort auch Rumänisch, Bulgarisch, Kroatisch und Serbisch.

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