Werbung

»Wir müssen uns finden«

Nationalspieler Wohlfarth-Bottermann über seine Ziele mit Alba

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Basketballer JONAS WOHLFARTH-BOTTERMANN wechselte aus Bonn zu Alba Berlin. Die Verpflichtung des 23-Jährigen gilt als Beispiel für die Verjüngung des Teams. Doch so unerfahren wie behauptet ist Alba nicht, was der 79:78-Sieg im Champions Cup bewies. Wohlfarth-Bottermann erzielte elf Punkte und erzählte danach vom wahren Potenzial der Albatrosse.

nd: Glückwunsch zum Gewinn des Champions Cups. Ist das Ihr erster nationaler Titel?
Wohlfarth-Bottermann: Ja, ich glaube Sie haben Recht.

War Ihnen vor dem Duell von Meister und Pokalsieger gar nicht bewusst, dass es um einen Titel ging? Es war wohl doch nur das letzte Vorbereitungsspiel der Saison.
Ich habe immer gesagt, dass es für uns der Saisonstart ist. Natürlich ist das keine Meisterschaft oder ein Pokalsieg, die haben einen höheren Stellenwert. Aber es ist doch auch eine Genugtuung, endlich mal Bamberg besiegt zu haben. Ich bin mit Bonn im vergangenen Jahr im Viertelfinale der Meisterschafts-Playoffs gegen Bamberg ausgeschieden. Ich hatte viele bittere Niederlagen gegen Bamberg und sie immer jubeln gesehen. Da bin ich froh, dass ich mal auf der anderen Seite stand.

Vor dem Spiel hat Alba Berlin seine Ziele für eigene Verhältnisse sehr niedrig angesetzt, schließlich wage man mit jungen Talenten einen Neuanfang. Und doch gewinnt die Mannschaft auf Anhieb einen Krimi gegen den eingespielten Meister der vergangenen vier Jahre und ist im Schnitt doch schon knapp 27 Jahre alt. Ist sie wirklich so unerfahren wie behauptet?
Ich würde schon sagen, dass wir ein paar sehr junge und unerfahrene Spieler in unseren Reihen haben. Akeem Vargas hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht, obwohl er aus der 2. Liga kam. Im Moment passt es einfach ganz gut. Wir haben eine gute Mischung aus älteren erfahrenen und jungen Spielern, die alle wirklich intensiv spielen und zeigen wollen, was sie können. Aber man muss erst einmal abwarten, was in der der Saison so passieren wird.

Hat das Team nicht doch viel mehr Potenzial als das ausgegebene Ziel Playoff-Teilnahme?
Unser Team hat sehr viel Potenzial. Das macht eine talentierte Mannschaft ja aus. Es geht nun darum, das regelmäßig abzurufen. Wie gut wir das können, werden wir erst in den kommenden Monaten sehen.

Ihr Trainer Sasa Obradovic erkannte vor der Partie noch viel Verbesserungsbedarf. Das sah gegen Bamberg ganz anders aus. Auch hier nur Understatement?
Nein, es gibt noch sehr viele Sachen zu tun. Das Team ist komplett neu. Außer Sven Schultze und ein paar Jugendspielern hatte noch niemand unter Sasa trainiert. Alle müssen sich noch finden. Heute haben wir aber intensiv gespielt und verdient gewonnen.

Alba hat von den Medien Geduld erbeten. Obradovic wirkt dagegen sehr impulsiv an der Seitenlinie, brüllt oft gestenreich und wechselt Spieler nach Fehlern schnell aus. Ist der Trainer denn geduldig mit Ihnen?
Er hat nun mal seine eigene Art, und man muss lernen, damit umzugehen. Der Vorteil ist, dass er einen antreibt. Er will das Beste aus einem herausholen und meint das nicht böse. Er will einfach nur, dass wir so hart und fokussiert wie möglich spielen. Er zeigt seine Emotionen, das ist sein Stil.

Er genießt auch den Ruf, sehr gut mit jungen Spielern zu arbeiten. Können Sie als 23-Jähriger das bestätigen?
Ich habe vor meinem Wechsel mit Leuten wie Tibor Pleiß gesprochen, die schon unter ihm in Köln trainiert hatten. Ich wusste also: Es wird intensiv. Aber ich habe auch das Gefühl, dass er noch viel aus mir herausholen kann.

Es gab Aufregung rund um Ihre Kündigung in Bonn, bevor sie im Sommer zu Alba kamen …
… ich hatte die Option in meinem Vertrag, den Verein zu verlassen. Die Option war beidseitig.

Bonn versucht jedoch noch, von Alba eine Ausbildungsvergütung zu erstreiten. Stört Sie das im Profialltag?
Es ist schade, dass es so präsent in den Medien ist. Das ist nicht das, was ich wollte. Ich hatte in Bonn eine tolle Zeit und bin den Baskets sehr dankbar. Ich würde heute sicher nicht hier stehen, wenn ich dort nicht eine Chance bekommen hätte. Aber ich hatte es als super Chance gesehen, nach Berlin zu gehen. Wenn es noch etwas zu klären gibt, muss Alba das machen, nicht ich.

Warum ist Alba trotzdem noch eine so viel größere Chance als Bonn, wenn der Klub doch auch nur in die Playoffs will?
Der Verein hat zuletzt immer um den Titel mitgespielt. So war es ein Schritt nach vorn, in einer größeren Stadt für einen größeren Klub zu spielen. Fragen: Oliver Händler

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen