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Superklerikerl

Óscar Maradiaga soll als G8-Chef die Römische 
Kurie kurieren

Es gibt wohl wenig, was Kardinal Óscar Andrés Rodríguez Maradiaga nicht kann: Er studierte Theologie, Philosophie, Psychologie, Physik, Mathematik, Chemie, Klavier und Komposition. Er besitzt drei Doktortitel, eine Lizenz als Hubschrauberpilot und beherrscht acht Sprachen. Er ist Erzbischof von Tegucigalpa, Präsident der honduranischen Bischofskonferenz, Präsident von Caritas Internationalis und Mitglied diverser vatikanischer Gremien.

Die Funktion, die ihm derzeit die größte Aufmerksamkeit bringt, klingt zwar eher banal: Koordinator. Wen und was der 70-jährige Salesianer-Ordensmann da koordiniert, ist indes durchaus spektakulär: Es geht um die von Papst Franziskus eingesetzte Kardinalskommission, die beraten soll über eine Reform der Römischen Kurie, also der Gesamtheit von Leitungs- und Verwaltungsorganen des Heiligen Stuhls. Die Gruppe, die der Papst inzwischen zu seinem ständigen Beratergremium aufgewertet hat, besteht aus insgesamt acht Kardinälen von sechs Kontinenten, darunter der Münchener Erzbischof Reinhard Marx.

Als erfahrener Chor- und Orchesterleiter wird Maradiaga beim Dirigieren des klerikalen Oktetts ebenso auf Harmonie bedacht sein wie in der Interaktion mit dem Pontifex. Letzteres dürfte kein Problem sein. Wurden doch Maradiaga, der selbst als »papabile« galt, und der sechs Jahre ältere Jorge Mario Bergoglio, Papst seit März, 2001 im selben Konsistorium von Johannes Paul II. zu Kardinälen ernannt. Sie pflegen seit Jahren Kontakt und Austausch. Ihre Positionen sind weitgehend deckungsgleich. Wie Bergoglio befürwortet Maradiaga eine weniger hierarchiehörige Kirche, die mehr auf Seiten der Schwachen in der Gesellschaft steht. Bürokratieabbau und größere Kollegialität der Leitung sollen die Verbindung zu den Gläubigen stärken. Auch in der politischen Forderung nach Ausgleich des Nord-Süd-Gefälles sind sich die beiden Lateinamerikaner einig. Das betrifft ebenso die zentralen katholischen Dogmen und Standpunkte. Daran etwas zu ändern, obliegt ohnehin nicht der päpstlichen Kommission. Sie soll schließlich nicht päpstlicher sein als der Papst. Ingolf Bossenz

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