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Wissen und Staunen

Was man weiß: Der Deutsche Buchpreis ist ein Marketinginstrument. Ein literarisches Großereignis wird inszeniert, dem Medienaufmerksamkeit gewiss ist. Über Monate hinweg soll sich Spannung aufbauen. Die sechs Autoren, die ins Finale kommen, werden schon vor der Preisverleihung zu Veranstaltungen herumgereicht. Bis zuletzt wissen sie nicht, wer das große Los gezogen hat.

Es ist wirklich ein bisschen wie Lotteriespiel - nicht nur für die Preisträger. Mehr noch für Verlage, auf die beachtliche Gewinne warten; sie können es nicht beeinflussen. Zumindest glaubt man das.

Leser dürfen sich ihre Favoriten denken und dann über eine unerwartete Entscheidung der Jury diskutieren. Die Verwunderung, das Staunen gehören mit zur Dramaturgie der Preisvergabe. Nach dem Motto: Diese Autorin, diesen Autor kannte ich ja noch nicht, dieses Buch muss ich mir besorgen. Das heißt im Umkehrschluss: Sehr prominente Schriftsteller vermisst man auf der Shortlist. Ein Martin Walser, ein Uwe Timm oder ein Daniel Kehlmann verkaufen sich auch ohne dies prächtig.

Also bewegt sich der Preis - trotz seines hochtrabenden Titels - eher im Kreise derjenigen Literaten, die noch nicht in aller Munde sind, aber Aufmerksamkeit verdienen. Nach den Vorstellungen der Jury, deren Entscheidungen, wie gesagt, dann doch immer wieder erstaunlich sind.

Irmtraud Gutschke

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