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Hamburgs »Rote Flora« ist in Gefahr

Investor plant Kulturzentrum mit Konzerthalle

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Hamburg (Agenturen/nd). Das Autonome Zentrum »Rote Flora« im Hamburger Schanzenviertel soll nach dem Willen des Besitzers Klausmartin Kretschmer zu einem sechsstöckigen Kulturzentrum mit Konzerthalle ausgebaut werden. Pläne, das Haus an die Stadt zurückzuverkaufen, seien vom Tisch, sagte Kretschmers Immobilienberater Gert Baer am Samstag. Er habe am Freitag beim zuständigen Bezirksamt Hamburg-Altona einen Vorbescheidsantrag gestellt, um zu erfragen, unter welchen Bedingungen der Ausbau realisiert werden könne.

Kretschmer hatte ursprünglich zugesichert, am Status der Roten Flora nichts ändern zu wollen. Das Gebäude auf dem Gelände des früheren Flora-Theaters wurde im November 1989 besetzt - nach dem erfolgreichen Widerstand gegen den geplanten Umbau zu einem Musicaltheater.

Die Besetzer bezeichneten die Pläne als grotesk, die Investoren würden Schiffbruch erleiden, hieß es. »Nach 24-jähriger nichtkommerzieller Nutzung des Hauses als besetztes politisches Projekt, steht dessen Fortbestand nicht im Ansatz zur Disposition.« Es sei absurd »zu glauben, das Projekt Rote Flora würde sich an Plänen beteiligen, die sich gegen all das richten, wofür wir seit Jahrzehnten politisch und praktisch kämpfen«.

Bereits im August hatten die Besetzer gewarnt: »Für uns ist eine Situation entstanden, in der wir einen zeitnahen Angriff auf das Projekt für möglich halten.« Und: »Ein Angriff auf die Flora könnte zum Beispiel in Form einer überfallartigen Räumung durch private Sicherheitsdienste erfolgen.« Ebenfalls für möglich hält die »Rote Flora« »eine Brandsanierung wie 2005 in St. Georg geschehen«.

Die Nutzer erklärten, bei der Verteidigung der »Roten Flora« als besetztes, autonomes und kulturelles Zentrum gehe es »nicht nur um den Erhalt des Projektes, sondern auch um dessen Weiterentwicklung als Störfaktor im Kampf gegen kapitalistische Standortpolitik, städtische Aufwertung, Ausgrenzung und Vertreibung«. Der Kampf um die »Rote Flora« sei eine »Auseinandersetzung um den Begriff von Stadt selbst«.

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