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Flüchtlinge auf Hostelsuche

Bernd Kammer wundert sich über die Unterbringungspraxis

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Vergleiche mit Lampedusa verbieten sich, aber auch Berlin hat sein Flüchtlingsdrama, wie wir nicht erst seit Hellersdorf wissen. Den hier eintreffenden Schutzsuchenden droht die Obdachlosigkeit, schlägt der Flüchtlingsrat jetzt Alarm. Allein in einer Nacht in der vergangenen Woche seien 15 Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung Motardstraße angekommen, die dort nicht untergebracht werden konnten.

Denn die Einrichtung ist mit 609 Menschen bereits hoffnungslos überfüllt. Dennoch werden von den entsprechenden Senatsstellen weiterhin Asylsuchende dorthin geschickt. Nicht besser sieht es in den Sammelunterkünften aus. Die Flüchtlinge erhalten deshalb zunehmend Gutscheine für Übernachtungen in Hostels, allerdings ohne ihnen konkrete zuzuweisen. Das heißt, sie müssen sich ihre Unterkunft selbst suchen. Die Erfolgsaussichten zu Zeiten des Berlin-Marathons oder an langen Wochenenden kann man sich leicht ausrechnen.

Vor drei Jahren lebten 15 Prozent der Flüchtlinge in Sammelunterkünften, jetzt sind es 50 Prozent. Die Not- ist zur Dauereinrichtung geworden. Der Flüchtlingsrat fordert, die bereits hier lebenden Flüchtlinge stärker bei der Anmietung einer privaten Wohnung zu unterstützen, damit Plätze in den Sammelunterkünften für Neuankömmlinge frei werden. Ansonsten droht die Gefahr, dass das Heer der Obdachlosen in Berlin noch größer wird.

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