Deutsche Zukunft in funkelnder Ironie

Die »Distel« hat zu ihrem 60. Geburtstag »Endlich Visionen!«

  • Von Volkmar Draeger
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Eine mannshohe »60« bestimmt die Szene. Sie verweist auf den Geburtstag des »Stachels am Regierungssitz«. Stachel war die »Distel« bereits zu tiefsten DDR-Zeiten, als sie 1953 gegründet und permanent staatlich subventioniert wurde. Dass sie heute als Privattheater aus vollem Herzen viel stachliger sein darf, liegt an der neuen Freiheit, den alten Misslichkeiten, bloß in anders schillernder Schattierung auf der Farbskala, und gerade deshalb dem vollen Herzen.

In seinem 133. Programm wagt das Kabarett unter Dominik Paetzholdts Regie einen Blick in die Zukunft. Der ist schon Nostradamus nicht nur gelungen, wiewohl seine Trefferquote alles andere als übel war. Das wünscht man, trotz der Mitfreude am Jubiläum, den sechs Akteuren und den gut Dutzend Textautoren nicht unbedingt. Denn was sie zwei Stunden an Ideen in politisch ideenloser Zeit fabrizieren, verbreitet eher Panik als Optimismus.

Doch »Endlich Visionen!« mit dem Unt...

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