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Faires Label für faires Gold

Nachfrage nach Alternativen steigt

In England gibt es das Label schon, in Holland ebenfalls, nur in Deutschland ziehen sich die Vorbereitungen für die Einführung des Labels für fair produziertes Gold noch hin. In den nächsten Jahren wird es dazu kommen, sichert Fairtrade-Mitarbeiterin Caroline Zamor zu. Doch noch vor zwölf Monaten war vom Start 2013 die Rede.

Warum das Projekt auf Eis gelegt worden ist, weiß der Münsteraner Geologe Thomas Siepelmeyer. Es dauert schlicht, bis kleine Genossenschaften wie EcoAndina aus Argentinien oder Oro Verde aus Kolumbien zertifiziert und in der Lage sind, regelmäßig zu liefern. »Man braucht schon eine anständige Menge an Gold, um zu beginnen und muss dann den kontinuierlichen Nachschub gewährleisten.« Das sei gar nicht so einfach und schließlich müssten die Unternehmen auf Herz und Nieren geprüft werden, um genau zu wissen, dass keine Kinder bei der Förderung ausgebeutet werden, dass die Prostitution nicht gefördert wird, dass die Arbeitsbedingungen fair sind und dass bei der Förderung nicht giftiges Quecksilber oder gar Zyanide en gros eingesetzt werden.

Dies sind die Eckdaten für die Zertifizierung von alternativen Bergbaubetrieben. In Peru, Kolumbien und Bolivien gibt es schon einige. Die Zahl soll steigen, denn die Nachfrage nach fair gefördertem Gold ist durchaus vorhanden. »Zwar noch in relativ kleinem Rahmen, aber je mehr Information die Leute in die Hände bekommen, desto mehr steigt das Interesse für faire Alternativen«, erklärt der Hamburger Goldschmied Jan Spille. Er wirbt seit Jahren um mehr Akzeptanz für kleine, nachhaltig produzierende Genossenschaften wie Ecoandina oder Oro Verde aus Kolumbien und bezieht sein Gold von ihnen. Zu ihm kommen Leute, die sicher sein wollen, dass ihr Ehering makellos ist.

Makellos schürfen würde auch gern wieder die Genossenschaft Apaylom aus der Region von Madre de Dios. Doch das Problem ist, dass die rund 20 Familien gar nicht produzieren können, bevor sie nicht im nationalen Register der Goldsucher eingetragen sind. Die Umsetzung der Bestimmungen liegt aufgrund von Protesten der oft illegalen Bergarbeiter aus der Region derzeit wieder auf Eis. So sind Armando und seine Freunde die Hände gebunden. Das macht zwar keinen Spaß, passt aber zur aufgeschobenen Label-Präsentation in Deutschland. Warten heißt also die Devise.

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