Werbung

Joseph Moll

Kalenderblatt

  • Von Martin Stolzenau
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

In Berlins Mitte ist eine Straße nach ihm benannt. Dabei ist er eigentlich ein »Köllscher Jung« gewesen: Maximilian Joseph Moll, Uhrmacher, Frühsozialist und Revolutionäre, Kampfgefährte von Karl Marx so- wie Friedrich Engels.

Er erblickte am 14. Oktober 1813 in der Stadt am Rhein das Licht der Welt, justement als die Völkerschlacht bei Leipzig tobte, Weltgeschichte geschrieben wurde. Sein Vater war eher ein unpolitischen Kleinbürger. Der Sohn jedoch erfuhr auf seiner traditionsgemäßen Wanderschaft nach Abschluss der Uhrmacherlehre, die ihn quer durch Deutschland und in Nachbarstaaten führte, überall die selben gesellschaftlichen Unterschiede, Unzufriedenheit unter Handwerksgesellen sowie Arbeiter. In der Schweiz trat Moll 1834 in den »Geheimbund Junges Deutschland« ein, der auf Anregung des italienischen Revolutionärs Giuseppe Mazzini gegründet worden war und wider die europaweite Restaurationspolitik Veränderungen anstrebte. Zwei Jahre darauf schloss sich Moll in Paris dem Bund der Gerechten an, der dort gerade von Handwerkergesellen, Arbeitern sowie vormaligen Mitgliedern des Bundes der Geächteten gegründet worden war. Mit dessen Führungszirkel floh er vor Verfolgung nach London und kam hier in Kontakt zu Marx sowie Engels. Unter deren Einfluss kam es 1847 zur (Neu-)Gründung des Bundes der Kommunisten. Moll war von Anbeginn Mitglied der Leitung.

Bei Ausbruch der Revolution von 1848 kehrte er sofort nach Deutschland zurück. In seiner Geburtsstadt Köln übernahm er in der Nachfolge des Arztes Andreas Gottschalk die Präsidentschaft über den Kölner Arbeiterverein, der damals über 8000 Mitglieder zählte und zu den stärksten deutschen Organisationen seiner Art gehörte. Moll betrieb eine marxistische Ausrichtung des Vereins und geriet alsbald wegen »revolutionärer Umtriebe« ins Visier der Staatsorgane. Der per Haftbefehl Gesuchte flüchtete zurück nach London. Aber nur für kurze Zeit. Er kehrte illegal ins Vaterland zurück, um ab Mai 1849 am Badisch-Pfälzischen Aufstand teilzunehmen. Bei Gefechten an der Murg in der Nähe der heutigen Stadt Gaggenau-Bad Rotenfels schwer verletzt, verstarb Moll am 28. Juni 1849. Dem Revolutionär blieb das Erlebnis des Triumphes der konservativen Kräfte und die Konsolidierung der alten Fürstenherrschaft in Deutschland erspart.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!