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Todeszonen in Minsk

Vernichtung während der Zeit des Zweiten Weltkrieges in Trostenez

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Die Gedenkstätte »Jama« erinnert an die Erschießung von 5000 Juden.
Die Gedenkstätte »Jama« erinnert an die Erschießung von 5000 Juden.

Bereits kurz nach dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 besetzten die Deutschen die belarussische Hauptstadt Minsk. Von Juli 1941 bis Oktober 1943 riegelten sie im nordöstlichen Teil der Stadt auf etwa zwei Quadratkilometer einen Bezirk ab. Hier wurde die gesamte jüdische Bevölkerung von Minsk konzentriert. Das Ghetto gehörte mit zeitweise bis zu 100 000 Bewohnern zu den größten in Europa. Nicht arbeitsfähige Menschen wurden umgebracht, die übrigen zur Zwangsarbeit abkommandiert.

Mehr als 100 000 Juden wurden von 1941 bis zu seiner Auflösung um den 21. Oktober 1943 im Ghetto von Minsk umgebracht. Seit November 1941 wurden zudem aus deutschen, österreichischen und tschechischen Städten deportierte Juden im Minsker Ghetto untergebracht. Für die aus Deutschland deportierten Juden errichtete man ein Sonderghetto. 30 000 Juden wurden von den Nazis aus Westeuropa hierher transportiert und ermordet.

Ab 1942 wurde ein Gleis bis zum Todeslager Trostenez am Stadtrand von Minsk verlegt. Dort sind nach offiziellen Angaben über 206 000 Menschen umgebracht worden. Historiker gehen allerdings davon aus, dass sich diese Zahl auf den gesamten Raum Minsk bezieht. Trostenez gilt in Belarus nach den Konzentrationslagern Auschwitz, Treblinka und Majdanek als das viertgrößte Vernichtungslager.

Neben Trostenez gab es weitere Konzentrationslager in Minsk. Zu den Todeszonen in der Stadt gehörten ein KZ für jüdische Bürger und Widerstandskämpfer sowie ein Lager für sowjetische Kriegsgefangene. Etwa 80 000 Angehörige der Roten Armee wurden hier umgebracht.

Zum Zeitpunkt der Auflösung des Ghettos vom 21. bis 23. Oktober 1943 gab es kaum Überlebende. khe

Weiterlesen:

»Ich sah nicht jüdisch aus«
Pogrome, Flucht und die Grube - mit Frida Reismann dort, wo bis vor 70 Jahren das Minsker Ghetto war

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