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Fukushima: Strahlenbrühe läuft über

Starker Regen überfordert Sicherheitssysteme / Messwerte überschreiten zulässige Grenzmarke um das 70-fache

Tokio. Nach heftigen Regenfällen ist auf dem Gelände des havarierten Atomkraftwerks Fukushima erneut radioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten. Das mit dem krebserregenden Isotop Strontium-90 verstrahlte Wasser habe eigens errichtete Staubarrieren rund um die Kühlwassertanks an mindestens einer Stelle durchbrochen und sei dann wahrscheinlich ins Meer abgeflossen, erklärte die Betreiberfirma Tepco am Montag. Die Messwerte hätten die rechtlich zulässige Grenzmarke um das 70-fache überschritten.

Das Problem könnte sich zusätzlich verschärfen durch einen Taifun, der Meteorologen zufolge auf Japan zusteuert und im Wochenverlauf auf Land treffen soll. Er dürfte neue Regenfälle auslösen und das Sicherheitssystem der Anlage auf eine neue Probe stellen.

Im Atomkraftwerk Fukushima war infolge eines Erdbebens und eines Tsunamis im März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, woraufhin es in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze kam. Seither reiht sich in der Anlage im Nordosten Japans Panne an Panne. Tepco kämpft mit riesigen Mengen radioaktiv verseuchten Wassers, das zu Kühlzwecken an den beschädigten Reaktoren eingesetzt wird. Anschließend wird das Meerwasser entsalzt und in riesigen Tanks gelagert. Wegen der anhaltenden Pannenserie erhob die Atomaufsichtsbehörde zuletzt massive Vorwürfe gegen den Betreiber.

Medien Berichten unterdessen, dass die Beseitigung der radioaktiven Strahlung rund um den havarierten Meiler deutlich länger dauern werde. Das Umweltministerium in Tokio habe mitgeteilt, dass für sechs Ortschaften der Zeitplan überarbeitet werden müsse, teilweise kommt es offenbar zu Verzögerungen um mehrere Jahre. Ursprünglich war vorgesehen, die Strahlung bis kommenden März in den Griff zu bekommen. AFP/nd

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