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Solange Schreiber über die CSU schweigt ...

All dies schuf gegenseitige Abhängigkeiten, die die CSU jetzt zum Wohlverhalten gegenüber Schreiber zwingen. Solange er schweigt, ist die Botschaft der Verteidigungsreden von Goppel und Strauß junior, hat er von uns nichts zu befürchten - und da stört auch nicht, dass Schreiber immerhin der Steuerhinterziehung, der Bestechung, der Beihilfe zu Betrug und Untreue bezichtigt wird. Auf 38 Seiten hat die Staatsanwaltschaft in Augsburg Schreibers Sündenregister aufgelistet, allein die Steuerschuld soll sich auf 23,5 Millionen Mark belaufen. Und ihm rät Goppel zwar angeblich am Telefon - denn beide plauschen hin und wieder über den Atlantik hinweg - sich zu stellen, doch zugleich signalisiert er ihm Verständnis für sein Wegbleiben, »weil er von der Gesellschaft verurteilt« worden ist.

Tückisch allerdings wird die CSU, wenn Schreiber doch plaudert. Kürzlich warf er seiner Partei vor, Spenden über 20000 Mark zu stückeln, was unzulässig ist, und die Namen der fiktiven Spender aus Todesanzeigen entnommen zu haben. Das erklärte die CSU sofort zu Lügen, weigerte sich allerdings, ihre Kassen von unabhängigen Prüfern untersuchen zu lassen. Goppel rügte nun gar seinen Duzfreund, er habe ein öffentliches Klima von Ver dächtigungen und Diffamierungen er zeugt. Schreiber deshalb aus der CSU auszuschließen, erwägt die Partei dennoch nicht, allenfalls werde sein Kreisverband darüber nachdenken. Den Stein der Weisen fand schließlich Goppel: Eigentlich ruhe Schreibers Mitgliedschaft ja schon. Schließlich lebe er seit Jahren im Ausland und könne seine Mitgliedsrechte gar nicht wahrnehmen. Noch Tage vorher hatte der Generalsekretär darin keine Beeinträchtigung gesehen, denn Schreiber entrichte pünktlich seine Beiträge.

So sitzt die Katze weiter auf der Kiste, will zwar - wie Schreiber inzwischen richtig stellte - die Mäuse nicht mehr fressen, ihnen aber beim Spielen zusehen. Und bleibt damit selbst auch im Spiel...

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