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Kohl liebte uns - alle

Dass wir es so schnell nach dem Ende der SED wieder mit schweren Fällen des Dienstes an der führenden Rolle einer Partei zu tun bekommen, konnte man nicht erwarten. Vielleicht ist es doch ver giftend für Gemüt und Gewissen von Helmut Kohl gewesen, alte Politbürohasen wie Gorbatschow und Jelzin zu seinen Männerfreunden zählen zu müssen. Wenn das von Schäuble berufene seltsame Dreier-Reinigungskommando Her zog/Tietmeyer/Kirchhof demnächst ansetzt, der CDU ihre Fehler zu erklären, sollte es den Blick wirklich streng gen Osten richten. Die ganze Sittenverderbnis kommt wie immer von dort. Und wie raffiniert diese einst roten Unterwanderer sich abgesichert haben! Bei denen stand die führende Rolle der Kommunisten respektive die Jelzins sogar in der Verfassung. Woher sollte Kohl wissen, dass seine führende Rolle bei uns über haupt nicht vorkommt?

Die drei Ehrenmänner könnten ihren Ruhm mehren, wenn sie Kohls nicht vorhandenes Unrechtsbewusstsein vor einem ziemlich sicher bevorstehenden verbalen Ausbruch bewahren, der ebenfalls bereits geschichtsnotorisch ist. Sonst sagt der nämlich irgendwann noch: »Ich liebe Sie doch alle. Ich liebe doch alle Menschen. In diesem unserem Lande. Und auch außerhalb. Wenn Sie so wollen bis Liechtenstein, meine Damen und Herren.« Davon würden wohl auch Gorbatschow und Jelzin dringend abraten.

Im Hinblick auf die leidige Sache Elf Aquitaine/Schmiergeld bietet die östliche Praxis den drei Putzteufeln gleichfalls Anregung. Gut, wichtige Akten sind weg und man weiß nicht genau, wer das Schmiergeld nun verbraten hat. Aber in allen fatalen Fällen fragte der erfahrene Funktionär einer führenden Partei früher, und die der verbündeten Parteien taten es ihm gleich: »Wo bleibt das Positive, Genossen/Parteifreunde?« Und da gibt es wahrlich keinen Mangel. Zum Beispiel sind, dank umsichtiger Leitung in den letzten Jahren, die Stasiakten so vollständig geblieben wie sie waren. Und wenn partout kein Licht in die verölte Szene zu kriegen ist, muss eben mal wieder eine Stasisache richtig ausgeleuchtet werden. Ist doch auch ein schönes Thema.

Wirklich innovativ könnte das Rettungsteam werden, wenn es um die unabweisbare Beteiligung des Wahlvolks am System Kohl/Schwarze Kassen geht. Hier gibt der untergegangene Osten leider nicht viel her. Dort wurde fast alles aus der Staatskasse bezahlt, bis weit über die Feststellung hinaus, dass eigentlich gar nichts mehr drin war. Da nunmehr aber alles auf Angebot und Nachfrage zugeschnitten ist, dies immerhin hat Kohl ganz richtig erkannt, sollten die drei Ausmister vorschlagen, dass Wähler/Wählerinnen nicht mehr gezwungen werden dürfen, ihre Stimmen zu verschleudern. Nein, das Spendengeld/die Zuwendungen sollten in geeigneter Form an sie weitergeleitet werden, und sie müssen ihre Stimmen weiter stückeln dürfen, um an Schnäppchen heranzukommen.

Dann würden die kleinen Parteien mit wenig Spenden/Zuwendungen benachteiligt? Nein. Es stellt sich nur her, was wir schon haben: Wahlfälschung im großen Stil. Die einen werfen die Millionenwalze an, die anderen müssen sehen, wie sie zu ihren paar Stimmen kommen. Da wäre es geradezu eine Errungenschaft, wenn der Stimmbürger an der ganzen Verrottung pekuniär beteiligt wird.

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