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Neuling Weißenfels vor Play-off-Runde

Sportdirektor Ingo Wolf. Team statt Individualisten / Bald Umzug nach Spergau

Von Michael Müller

Es hatte zu Saisonbeginn beim SSV hagebau Weißenfels in Bezug auf das ehrgeizige Saisonziel, die Playoff-Runde der 1. Basketball-Bundesliga zu erreichen, durchaus Optimisten gegeben. Doch dass dieses Ziel nun schon nach zwei Drittel der Wegstrecke quasi erreicht ist, hätten wohl auch die kühnsten unter ihnen nicht gedacht. Und Aufsteiger Weißenfels, die einzige Mannschaft aus dem Osten in der bundesdeutschen Eliteklasse, schaffte damit die erste Sensation der laufenden Saison.

»Ja, wir fühlen uns derzeit wie auf Wolke Nummer sieben«, frohlockt Sportdirektor Ingo Wolf gegenüber ND Und dies mit sehr realistischem Hintergrund. Denn die Weißenfelser haben nur noch Alba Berlin und Trier als große Brocken in den ausstehenden neun Spielen vor sich. »Ansonsten etwa unser Level. Genau durchgerechnet habe ich mir alles noch gar nicht, aber die Play-off-Qualifikation dürfte stehen«, meint der 34-jährige Wolf, ein Ex Bundesligaspieler, der im Mai letzten Jahres in Weißenfels die sportliche Leitung übernahm, nachdem er in seinem damaligen leitenden Job bei einer Berliner Sportagentur dem für ihn reizvollen Angebot nicht hatte widerstehen können.

Nachgerechnet haben indes die Statistiker, und sie kamen auf noch ein zu gewinnendes Spiel als Minimum. Was Wolfs optimistische Einschätzung wohl nicht mehr ins Wanken bringen kann.

Mit der sieht sich der Sportdirektor übrigens auch in einer Reihe mit potenziell neuen Sponsoren. »Im Sog unseres Er folgswelle haben wir da schon sehr interessante und ernsthafte Gespräche«, gibt sich Wolf zwar noch bedeckt. Aber dass sich zu den derzeitigen Hauptsponsoren - hagebau, McDonalds, Langnese, Lunck und Partner - ein, zwei weitere gesellen könnten, pfeifen die Spatzen von Weißenfelser Dächern. Das ist auch nötig, denn bis Saisonende müssen die Weißfenfelser - wie alle übrigen 13 Bundesligisten - auf eine wichtige Einnahme verzichten. Dem Ligabüro gelang es nämlich nicht, einen neuen TV-Vertag zu schließen.

Eine weitere kommerzielle Weiche für die kommende Saison, so Wolf gegenüber ND, ist übrigens schon definitiv gestellt: Der SSV hagebau wird dann nicht mehr in der betagten Weißenfelser Sporthalle West mit nur 600 zugelassenen Zuschauerplätzen spielen, sondern im 15 Kilometer entfernten Spergau. Hier (Einwohner etwa 2000) gibt es inzwischen nämlich das große Hallen-Schmuckstück, zu dem es Weißenfels (etwa 35 000 Einwohner) noch nicht geschafft hat. Wolf geht davon aus, dass sich das Publikum (»das beste der Bundesliga«) dadurch vervielfachen wird.

Sportlich will der Verein allerdings seiner bodenständigen Linie richtig treu bleiben. »Bei uns zählt das Team, nicht der Individualist«, bringt es Wolf auf den Punkt - eine für Basketball-Bundesligaverhältnisse mit ihren vielen Zweijahres- Legionären eher unkonventionelle Devise. Doch die Weißenfelser scheinen dergestalt aus ihrer - zeitlich wegen des unverhofften Aufstiegs - sehr kurzfristigen Spieler einkaufstour aus der Not eine Tugend gemacht zu haben. Rausgekommen ist mit Verstärkungen wie beispielsweise Harrison und Ensminger, Kumpuleinen oder Demirel nicht zuletzt »die Mannschaft mit der besten Verteidigung der Liga«, wie Wolf selbstbewusst einschätzt.

SSV-Trainer Frank Menz geht da übrigens ein klein wenig nüchterner ran. Wohl um die Wogen bei seinen Jungs nicht überschwappen zu lassen, denn auch fürs Training will ja täglich zweimal motiviert sein. »Wir sind noch nicht so stark, wie es das Tabellenbild aussagt. Die Liga ist ver dämmt ausgeglichen, und wir hatten bisher sehr viel Glück«, kommentiert er den nun bereits zehnten Saisonsieg vom letz ten Wochenende mit 82:81 gegen Ulm. Doch das war dann wohl doch schon eher mit dem Blick auf die sicher bald anstehenden Play-off-Spiele gemünzt...

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