Erdölbohrungen im Oranjebecken

Öl vor Südafrikas Atlantikküste / Pretoria will als Dienstleister von Afrikas Ölboom profitieren

  • Von Hanna Ndlovu, Tshwane
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die USA wollen schon um 2015 rund 25 Prozent ihres Öls aus Afrika beziehen. Staaten wie Südafrika suchen daher nach neuen Vorkommen.

Nachdem an der Südostküste Südafrikas - im Indischen Ozean bei Mosselbay - das dritte Off-Shore-Ölfeld in Betrieb genommen wurde, lässt Südafrika nun auch an der Westküste, bis hin nach Namibia, nach Erdöl bohren. Dabei geht es nicht nur darum, vom angekündigten Umstieg der USA auf Afrikanisches Öl profitieren zu können. Es geht auch um Eigeninteresse, denn bisher bezieht Südafrika selbst einen großen Teil seines Öls aus Kuwait, Saudi Arabien und Iran. Während die Förderung etwa 150 Kilometer von der Küste bei Beginn der ersten Probebohrungen noch von Südafrikas Erdölimporteuren sabotiert wurde und sich nur über die staatliche Firma PetroSA (40 Prozent Anteile) realisieren ließ, hat sich jetzt schon um die Probebohrungen im Atlantik BHP Billiton beworben. Er ist der größte Rohstoffkonzern der Welt, ansässig in Südafrika. Bisher war man vor der Atlantikküste nur auf Gasvorkommen gestoßen, die BHP Billiton zwar auch ausbeuten möchte. Aber der Bergbaugigant ist sich sicher, dass in den tieferen Gewässern des Oranjebeckens, wo der mächtige Oranjegrenzfluss zwischen Namibia und Südafrika ins Meer fließt, sowie an der Hundeklippenbucht im südafrikanischen Namaqualand Erdöl zu finden ist. 50 Millionen US-Dollar will sich der Konzern die Probebohrungen dort kosten lassen. BHP Billiton braucht die Energie aus Gas und Erdöl für sein Engagement im südlichen Afrika. Die Firma ist global einer der wichtigsten Lieferanten der seltenen Metalle, die in der Stahlproduktion gebraucht werden. Sie betreibt auch die riesige Aluminiumhütte Mozal in der Nähe von Maputo, die Mosambik derzeit ein hohes Wirtschaftswachstum beschert. Bisher ausreichend mit Energie aus dem Cahora Bassa Staudamm gesichert, muss sich BHP Billiton nun Gedanken darüber machen, wo die Energie für den bereits begonnenen Ausbau des Alu-Werks, Mozal II, kommen soll. Auch wenn der bei Naturschützern umstrittene Ausbau des Cahora Bassa Staudamms beschlossene Sache ist und von einem internationalen Geldgeberkonsortium finanziert wird, will BHP Billiton auch bei der Entwicklung der südafrikanischen Erdöl- und Erdgasförderung kräftig mitmischen. Wenn auch Südafrika im Gegensatz zu Angola, Nigeria und Äquatorialguinea kein wirklich großer Erdölproduzent werden kann und sein Öl zur Hauptsache selbst braucht, kann das Land doch als Dienstleister beim Vertrieb des Öls der anderen seine Geschäfte machen. Die deutsche MAN Ferrostahl etwa will 1,7 Milliarden Rand für entsprechende Anlagen in Saldanha an der Westküste und in Kapstadt investieren. In Saldanha sollen Offshore-Verarbeitungsanlagen für Rohöl und Rohgas gebaut werden, und im Kapstädter Hafen soll eine Reparatur- und Wartungswerkstätte für Ölplattformen entstehen. Davon erwartet sich Südafrika rund 5000 neue Jobs. Bei 40 ...

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