Haitis Arme gehen leer aus

Präsident Michel Martelly gerät immer stärker unter Druck und verliert vor den Teilwahlen im Januar weiter an Zustimmung

  • Von Hans-Ulrich Dillmann, 
Santo Domingo
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

In Haiti nimmt die Unzufriedenheit mit der Regierung von Staatspräsident Michel Martelly zu - Demonstranten fordern seinen Rücktritt.

Die Demonstranten schwenken grüne Astzweige und die haitianische Staatsfahne, in Sprechchören rufen sie »Weg mit Martelly«. Seit Tagen demonstrieren wieder meist Jugendliche durch die Straßen der Hauptstadt sowie den großen Städten des Landes und fordern den Rücktritt des derzeitigen Staatschefs Michel Martelly. »Er bereichert sich und seine Freunde und wir bleiben arm«, ruft ein Protestierer in das Objektiv des Kameramanns der haitianischen Tageszeitung »Le Nouvelliste«.

Gegendemonstranten, Anhänger des staatsmännisch gewordenen ehemaligen Musikers Martelly tauchen auf. Kurze Zeit später fliegen Steine, Schüsse sind zu hören. Die Antiaufruhrpolizei schießt mit Gummigeschossen und Tränengasgranaten in die mehrere Tausend zählende Personenansammlung. Mit einem Motorrad wird ein verletztes Mädchen ins Krankenhaus gefahren. Ein mit einer Schusswunde am Bein verletzter Mann wird davon getragen.

Nach Monaten relativer Ruhe im...


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