Die schwungvolle Moderne

Drei Kontinente - sieben Länder. Werke von Erich Mendelsohn aus der Architektursammlung der Kunstbibliothek

  • Von Anita Wünschmann
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Schau in mein Treppenauge! Mit diesem Imperativ hat Erich Mendelsohn (1887-1953) womöglich seine eleganten Schwünge gezeichnet und gebaut. Der deutsch-jüdische Architekt gilt als der bedeutendste Wegbereiter der architektonischen Moderne. Nach den Studien (Volkswirtschaftslehre und Architektur) in München und Berlin unterhielt er ab 1919 an der Spree sein Büro und zählte bald zu den Großen im 20er-Jahre-Deutschland mit Projekten in Palästina, Norwegen, Spanien, England, der Sowjetunion und den USA.

Er konnte nicht nur Erschließungswege perfekt inszenieren, generell gab er seinen Bauten aus dieser Zeit eine musikalische Dimension. Er arrangierte Linienführungen, betonte mit Fensterbändern die Horizontale, komponierte Rhythmen, wie sie in der Abfolge von Geschossen, Fenstern oder Stufen entstehen, und ließ Dächer (fast schon) schweben.

Seine Spezialitäten waren die »runde Ecke« wie beim Warenhaus Petersdorff (1927) im dama...


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