Werbung

Nachrufe

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Georg P. Salzmann / 17. 1. 1929 - 9. 11. 2013

Seit ihrer Machtergreifung wollten die Nazis nicht nur Menschen, sondern auch kritisches Denken allgemein auslöschen. Sie verbrannten Bücher großartiger Schriftsteller und Philosophen. Georg P. Salzmann war damals noch ein kleines Kind. Später trat der von einer Familie überzeugter Nazis geprägte Salzmann in die Hitler-Jugend ein und wurde als Soldat im Krieg verletzt. Seine braune Gesinnung legte er erst ab, als ihm ein amerikanischer Soldat das befreite Konzentrationslager Buchenwald zeigte. Daraufhin begann Salzmann, von den Nazis geächtete deutschsprachige Literatur zu sammeln und zu lesen. Auf Urlaubsreisen durchforstete er mit seiner Frau Antiquariate in ganz Europa. Seine umfangreiche Sammlung von rund 12 000 Bänden überließ der Kaufmann im Jahre 2009 der Universitätsbibliothek Augsburg, wo sie seitdem allen Interessierten zugänglich ist. »Wer die Vergangenheit nicht versteht, versteht nichts wirklich«, hat einst Stefan Zweig geschrieben - nicht zufällig Salzmanns Lieblingsautor. avr

Ygnacio López / 1951 - 6. 11. 2013

Zuerst war es eine Allerweltsmeldung: 62-jähriger Mexikaner bei Autounfall tödlich verunglückt. Doch Ygnacio López Mendoza war nicht irgendwer, sondern Bürgermeister der kleinen Gemeinde Santa Ana Maya und ausgewiesener Kritiker der Drogenmafia. Die Untersuchungen des Leichnams, der am 7. November in López Wagen gefunden wurde, machten schnell klar, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Autounfall handelte. López wies eindeutige Folterspuren auf. Die Ermittlungen ergaben, dass der gelernte Chirurg schon tags zuvor entführt wurde, dann gefoltert, dann ermordet, um schließlich nach einem fingierten Unfall im Auto zurückgelassen zu werden.

Die mutmaßlichen Täter: das Drogenkartell der Tempelritter. Es wurde wegen seiner Machenschaften immer wieder von López angeprangert. Erst im Oktober war López vor dem Senat in Mexiko-Stadt über zwei Wochen in einen Hungerstreik getreten und hatte mehr öffentliche Mittel für kleine Gemeinden gefordert. Nachdem er eine entsprechende Garantie erhalten habe, hätten mutmaßliche Bandenmitglieder ihren Anteil verlangt, sagte der Direktor des mexikanischen Gemeindebundes, Ricardo Baptista. López hatte eine dunkle Vorahnung: »Heute kann ich noch mit Ihnen sprechen, und in ein paar Wochen könnten Sie die Nachricht von meinem Tod lesen«, sagte er im Oktober der Stiftung Insight Crime. ml

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Verschenken Sie das »nd«

Klare Worte, Kritische Debatten und mutiger Journalismus von Links: Das »nd« wird Sie bewegen.

Jetzt verschenken oder sich selbst beschenken